Letztes Update am Mi, 07.05.2014 14:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nachhaltige Geld-Veranlagungen legten 2013 um 27 Prozent zu



Wien (APA) - Die nachhaltige Geldveranlagung wächst weiter kräftig: 2013 ist das Volumen in Österreich um mehr als ein Viertel (27 Prozent) auf 7,1 Mrd. Euro gestiegen, teilte das Forum nachhaltige Geldanlagen (FNG) heute, Mittwoch mit. Ein besonders wichtiges Thema seien hierzulande Spekulationen mit Lebensmitteln.

Erfreulich sei vor allem das Plus von 41 Prozent bei den nachhaltigen Investmentfonds, so Wolfgang Pinner, stellvertretender FNG-Vorstandsvorsitzender und Leiter des FNG Österreich. Zudem habe sich der Anteil nachhaltiger Anlagen im Vergleich zum konventionellen Markt erhöht. Der Marktanteil liegt laut FNG mittlerweile bei 4,5 Prozent.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen lag das Marktvolumen der nachhaltigen Geldanlagen im Vorjahr bei 134,5 Mrd. Euro. Das ist gegenüber 2012 ein Anstieg von 12 Prozent. In Deutschland gab es ein Plus von 9 Prozent auf rund 80 Mrd. Euro, geht aus dem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2014 hervor. Ein wichtiger Trend in allen drei Ländern ist laut FNG das Ausschlusskriterium Streumunition und Antipersonenminen auf das gesamte verwaltete Vermögen, Investitionen bei knapp 2,5 Billionen Euro würden dabei ausgeschlossen.

Auch in Österreich gewinne die Anwendung von bestimmten Ausschlusskriterien auf das gesamte verwaltete Vermögen an Bedeutung. Ein Finanzakteur schließe auf diese Weise für ein Anlagevolumen von 15 Mrd. Euro geächtete Waffen aus. „Zwei Finanzakteure wenden auf insgesamt 23,5 Mrd. Euro das Kriterium Spekulation mit Nahrungsmitteln beziehungsweise den Handel mit Agrarrohstoffen an“, heißt es in der heutigen Mitteilung.

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Diesen Trend beobachte man auch in anderen Märkten, so FNG-Geschäftsführerin Claudia Tobler. „Bemerkenswert ist jedoch die Bedeutung, die in Österreich dem Thema Handel mit Agrarrohstoffen beigemessen wird.“ Ein oder zwei Ausschlusskriterien reichten aber nicht aus, um als nachhaltige Geldanlage eingestuft zu werden. Aufgelistet werden im Marktbericht auch die Top-Ten der Ausschlusskriterien (gemessen in Milliarden Euro) in Österreich: An der Spitze liegen Waffen (Handel und Produktion) und Kernkraft gefolgt von Tabak, Pornografie, Tierversuchen, (Grüne) Gentechnik, Glücksspiel, Alkohol, Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit.

Nachhaltige Geldanlage ist vor allem in Österreich eine Domäne der institutionellen Anleger, auf die ein Anteil von 86 Prozent entfällt. Unter den institutionellen Anlegern spielten betriebliche Pensionsfonds und Vorsorgekassen eine zentrale Rolle, auf die rund 77 Prozent der Nachfrage entfalle. Der Anteil der privaten Anleger liegt in Deutschland (25 Prozent) und der Schweiz (41 Prozent) höher als in Österreich (14 Prozent).

In Österreich werde von den Marktakteuren im Durchschnitt in den kommenden drei Jahren insgesamt ein Marktwachstum von 44 Prozent erwartet.




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