Letztes Update am Sa, 17.05.2014 13:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Cohn-Bendit weist Kritik an Ukraine-Politik der EU zurück



Wien (APA) - Der scheidende deutsch-französische Grüne Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit hat die Kritik des deutschen Altkanzlers Helmut Schmidt an der Ukraine-Politik der EU zurückgewiesen. „Im Alter soll man schweigen“, meinte Cohn-Bendit am Samstag in Ö1-Mittagsjournal.

Schmidt hatte der EU-Kommission Einmischung in die „Weltpolitik“ vorgeworfen, in dem sie versucht habe, die Ukraine anzugliedern. Cohn-Bendit meinte dazu, der Altkanzler sei einer Zeit verhaftet, in der etwa von Polen verlangt worden sei, sich nicht der Sowjetunion zu widersetzen.

Der ehemalige Studentenführer betonte seine Unterstützung des „revolutionären Prozesses“ auf dem Kiewer Maidan. Zu den möglichen Folgen der Spannungen zwischen der EU und Moskau wegen der Ukraine-Krise meinte er: „Wir sind alle feige und gucken nur auf unsere Interessen.“ Man könne von den Menschen in der Ukraine nicht verlangen, ruhig zu bleiben, um Russlands Präsident Wladimir Putin nicht zu verärgern.

Lobende Worte fand der 69-jährige Cohn-Bendit, der nicht mehr für das Europaparlament kandidiert, für Conchita Wurst. Ihr Sieg beim Eurovision Song Contest sei ein Zeichen für Öffnung, Toleranz und Freiheit. Angesichts der Wahlmüdigkeit der Europäer fügte er hinzu: „Wenn die Medien soviel Brimborium (um die Europawahlen) machen würden wie um Eurovision, hätte das eine andere Dimension“.




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