Letztes Update am Mo, 26.05.2014 11:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tiroler Gossenköllesee und Gurgler Kamm keine Biosphärenparks mehr



Wien/Innsbruck (APA) - Das Österreichische Nationalkomitee für das UNESCO-Programm „Man and the Biosphere“ hat beschlossen, die beiden Tiroler Gebiete „Gossenköllesee“ und „Gurgler Kamm“ von der Liste des globalen Netzwerks von UNESCO-Biosphärenparks zu nehmen. Sie würden die komplexen Anforderungen der UNESCO an einen modernen Biosphärenpark der zweiten Generation nicht mehr erfüllen, teilte das Komitee am Montag mit.

Seit der Einrichtung der ersten Biosphärenparks im Jahr 1976 ist das Netzwerk auf derzeit 621 Biosphärenparks - davon bisher sieben in Österreich - in 117 Ländern angewachsen. Mit den Gebieten Gossenköllesee und Gurgler Kamm in Tirol, Untere Lobau in Wien und Neusiedler See im Burgenland wurden 1977 die ersten heimischen Biosphärenparks eingerichtet. Diese Gebiete der sogenannten Ersten Generation waren vornehmlich auf Schutz und Erforschung ausgewählter Ökosysteme fokussiert, heißt es in der Aussendung.

In den 1990er-Jahren wurde das „Man and the Biosphere“-Programms (MAB) von der UNESCO weiterentwickelt. Seither müssen alle Biosphärenparks u.a. eine Dreifach-Zonierung in Kern-, Puffer- und Entwicklungszone aufweisen. Verlangt wird weiters ein aktives Management und der Fokus muss auf nachhaltige Entwicklung, Schutz der natürlichen Vielfalt, Forschung und Partizipation der lokalen Bevölkerung liegen, der unter dem Slogan „Schützen und nachhaltig Nützen“ eine wichtige Rolle zukommt.

2012 wurde dann beschlossen, dass das Netzwerk ab Ende 2014 ausschließlich aus modernen Biosphärenparks der Zweiten Generation bestehen soll. Gebiete alten Zuschnitts müssen entweder neu zoniert oder falls dies nicht möglich ist, von der Liste des Netzwerkes gestrichen werden. Aufgrund einer 2013 vom internationalen Lenkungsgremium des MAB-Programm beschlossenen „Exit Strategie“ für Biosphärenpark der Ersten Generation habe das österreichische Nationalkomitee nun reagieren müssen und für Gossenköllesee und Gurgler Kamm nun die negative Entscheidung getroffen. Bei den Biosphärenparks „Lobau“ und „Neusiedlersee“ habe man noch bis Ende 2015 Zeit mit der Entscheidung, sagte Günter Köck von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die mit der Durchführung des MAB-Programms in Österreich beauftragt ist, gegenüber der APA.

Köck verweist aber auf die Biosphärenparks „Großes Walsertal“, „Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge“ sowie „Wienerwald“. Mit diesen besitze Österreich derzeit „drei international vielbeachtete Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung“.

(S E R V I C E - Internet: http://cvl.univie.ac.at/biosphaerenparks/)




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