Letztes Update am Mo, 23.06.2014 18:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Öko-Box begibt sich unter die Fittiche der ARA



Wien (APA) - Die Öko-Box Sammelgesellschaft, spezialisiert auf die Sammlung von leeren Getränkepackerln, begibt sich unter die Fittiche der Altstoff Recycling Austria (ARA). Grund dafür sind ab dem kommenden Jahr geltende neue gesetzliche Vorschriften. Die Öko-Box wird eine 100-Prozent-Tochter der ARA, ihre bisherigen Eigentümer beteiligen sich im Gegenzug gemeinsam mit 3,7 Prozent an der ARA.

„Alle müssen sich auf das neue Gesetz umstellen“, so ARA-Geschäftsführer Christoph Scharff zur APA. Für die Öko-Box wäre diese Umstellung aber schwerwiegender und eine strategische Frage. Da das ab 1. Jänner 2015 geltende neue Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) keine spezialisierten Genehmigungen mehr vorsehe, wie sie von der Öko-Box genutzt werden, sei die Öko-Box vor der Herausforderung gestanden, selbst ein „Full-Service“-Anbieter zu werden.

Die drei Eigentümer - Tetra Pak Austria, Elopak und SIG Combibloc - seien zur Einsicht gekommen, dass eine Öffnung nicht sinnvoll wäre, meinte Öko-Box-Eigentümervertreter und Tetra-Pak-Chef Josef Meyer. „Deshalb lag es auf der Hand, die Öko-Box in die ARA zu überführen und damit die Qualität zu sichern“, so Meyer.

Die vor über 20 Jahren gegründete Öko-Box ist auf die Sammlung und Verwertung von gebrauchten Getränkekartons wie Milch- und Saftpackerln spezialisiert. Die Spezialisierung auf diese Verpackungsart ist ab 2015 nicht mehr möglich, innerhalb der Sammelkategorie Leichtverpackungen müssen alle Leistungen angeboten werden. Daneben gibt es noch die Sammelkategorien Papier, Glas und Metalle.

„Die Einstellung der sehr bekannten Marke Öko-Box wäre sicher kontraproduktiv gewesen“, so Scharff. Für die Österreicher werde sich nichts ändern, Öko-Box wird für ihre Arbeit den Genehmigungsbescheid der ARA verwenden und weiter für das operative Sammeln zuständig sein. Die Verwaltung mache die ARA. Geld fließe bei der Transaktion nur sehr wenig, da beide Firmen Non-Profit-Unternehmen seien und nur Nominalwerte verrechnet werden. Die Transaktion soll ab dem 30. Juni wirksam werden.

Trotz schon gefundener Einsparungspotenziale rechnet Scharff nicht damit, dass das Sammeln und Wiederverwerten deswegen günstiger wird. „Die Belastungen für die Sammelwirtschaft steigen, das Umweltministerium hat höhere Wiederverwertungsziele festgelegt“, sagte Scharff. Für die gesamte Branche komme es dadurch zu Mehrbelastungen von 20 Mio. Euro. „Per Saldo wird alles teurer werden“, so der ARA-Vorstand.

Die Öko-Box sammelt jährlich rund 19.000 Tonnen Getränkekartons, davon werden 8.500 Tonnen recycelt. Knapp 38 Prozent der Österreicher sind an die Haushaltsabholung angeschlossen. Ein Getränkekarton besteht zu 70 bis 80 Prozent aus Karton.

Die ARA organisiert und finanziert österreichweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen. Dafür gibt es 1,6 Millionen Sammelbehälter. Es werden mehr als 830.000 Tonnen gesammelt und damit rund 650.000 CO2 eingespart. Die ARA steht jeweils zu einem Drittel im Eigentum der Verpackungshersteller, der Abfüller/Abpacker/Importeure und dem Handel. Das System wird von über 16.000 Unternehmen als Kunden finanziert.

Anfang 2015 verliert die ARA ihre Monopolstellung, da der Markt für die Sammlung und Verwertung von Verpackungsmaterial im Haushaltsbereich auf Geheiß der EU geöffnet werden muss. Deutsche sowie österreichische Unternehmen scharren schon in den Startlöchern. Im Gewerbebereich sind bereits mehrere Anbieter aktiv.

~ WEB http://www.ara.at ~ APA513 2014-06-23/18:00




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