Letztes Update am Do, 03.07.2014 11:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kroatien: Gesetz zu Lebenspartnerschaften für Homo-Paare ab Ende Juli



Zagreb (APA) - Ab Ende Juli werden homosexuelle Paare in Kroatien auf dem Standesamt eine Lebenspartnerschaft schließen können. Bis zum 15. Juli soll das Parlament über das Gesetz abstimmen. Es sieht für homosexuelle Paare gleiche Rechte wie für Eheleute vor, außer bei Adoptionen. Bei den Standesämter ist man offenbar wenig angetan, etwa die Hälfte der Beamte wollen offenbar keine solche Trauung durchführen.

Was den Standesbeamten noch fehlt, ist die Verfahrensordnung, eine Art Gebrauchsanweisung, nach welcher die Schließung der Lebenspartnerschaften erfolgen wird. Diese wird im nun im Eiltempo vorbereitet, wie die kroatische Zeitung „Jutarnji list“ am Donnerstag berichtete. Demnach würde die Verpartnerung ein festlicher Akt sein, aber „modernisiert“. So würde der Standesbeamte das Paar nicht mit Braut und Bräutigam anreden, sondern mit Partner bzw. Partnerin.

Die neue rechtliche Situation macht den Standesbeamten offenbar zu schaffen. Laut Barica Jandrlic, Vorsitzende der Vereinigung der Standesbeamten in Zagreb, würde die Hälfte ihrer Kollegen keine homosexuellen Paare trauen wollen. „Ich schätze, dass sich die Hälfte der Standesbeamten auf ihr Gewissen berufen würden“, so die Standesbeamtin gegenüber „Jutarnji list“. Das kommt jedoch für das zuständige Verwaltungsministerium nicht infrage. Sich auf das Gewissen berufen und bestimmte Behandlungen verweigern kann in Kroatien nur Gesundheitspersonal.

Verwaltungsminister Arsen Bauk nannte das Gesetz, das die Regierung am 24. Juni beschlossen hatten, einen Kompromiss. Dieser bestünde darin, dass die Lebenspartnerschaft eingeführt werde, und dass die Ehe nur heterosexuellen paaren vorbehalten bleibe. „Das ist ein Gesetz, das der Minderheit Verbesserungen bringt, der Mehrheit aber keine Verschlechterungen“, sagte Bauk vergangene Woche.

Kroatien hatte die Ehe als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankert, nachdem eine kirchennahe Bürgerinitiative im Dezember des Vorjahres ein Referendum darüber erzwungen hatte.




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