Letztes Update am Fr, 04.07.2014 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


BND-Mitarbeiter 2 - Spionageverdacht „sehr ernsthafter Vorgang“



Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Regierung zeigt sich besorgt über Berichte, nach denen ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes womöglich im Auftrag der USA den NSA-Untersuchungsausschuss ausspionierte. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Freitag vor Journalisten in Berlin von einem „sehr ernsthaften Vorgang“.

Die Bundesregierung werde nun abwarten, was die polizeilichen Ermittlungen ergäben und dann handeln. Spionage für ausländische Dienste sei nichts, „was wir auf die leichte Schulter nehmen“, hob Seibert hervor.

Nach Angaben des Regierungssprechers wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag von der Bundesanwaltschaft über den dringenden Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit gegen den 31-jährigen Deutschen informiert. Auch das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags und die Obleute des NSA-Ausschusses seien über den Fall in Kenntnis gesetzt worden. Die weiteren Ermittlungen lägen nun in den Händen des Bundeskriminalamts (BKA).

Nach Berichten der „Süddeutschen Zeitung“, des NDR und des WDR war der Deutsche am Mittwoch unter dem Verdacht festgenommen worden, Kontakt zum russischen Geheimdienst gesucht zu haben. In Vernehmungen habe der Mitarbeiter dann aber gestanden, Informationen an einen US-Dienst geliefert zu haben. Dabei habe er mindestens einmal über die Aktivitäten des NSA-Untersuchungsausschusses in die USA berichtet. Die Sicherheitsbehörden schließen den Berichten zufolge nun nicht aus, dass der Mann in der Vernehmung falsche Angaben gemacht habe.




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