Letztes Update am Sa, 20.09.2014 18:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IS - Syrien: Warnung vor „schlimmeren Säuberungen als in Sinjar“



Ankara/Ayn al-Arab (APA/AFP) - Im Kampf gegen die Jihadisten der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) fordern die Kurden in Syrien Hilfe von den USA und Europa. Bei Ayn al-Arab (Ain al-Arab) drohten „sogar noch schlimmere ethnische Säuberungen als jene in Sinjar“, sagte Salih Muslim Mohamed, ein ranghoher Vertreter der syrischen Kurdenbewegung Partei der Demokratischen Union (PYD).

Auch der US-Vertreter des Oppositionsbündnisses Syrische Nationale Koalition (SNC), Najib Ghadbiyan, forderte Luftangriffe zum Schutz von Zivilisten. In der irakischen Stadt Sinjar wurden zehntausende Yeziden vom IS vertrieben oder ermordet. In Reaktion auf den brutalen Vormarsch der Terrormiliz und der humanitären Katastrophe, die den ins Gebirge geflüchteten Yeziden (Jesiden) drohte, ordnete US-Präsident Barack Obama die ersten US-Luftangriffe auf IS-Stellungen an.

Aus Furcht vor heranrückenden IS-Kämpfern flohen in nur einer Nacht, seit Freitagabend, rund 45.0000 syrische Kurden in die Türkei. Die Flüchtlingsbewegung aus dem überwiegend von Kurden besiedelten Nordosten Syriens ist die Folge einer IS-Offensive gegen die unweit der Grenze zur Türkei liegenden Stadt Ayn al-Arab, die auch unter ihrem kurdischen Namen Kobani bekannt ist.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten die Jihadisten seit Donnerstag etwa 60 Dörfer rund um Ayn al-Arab erobert und die kurdischen Kämpfer zurückgedrängt. In der Nacht zum Samstag seien daraufhin mindestens 300 kurdische Kämpfer aus der Türkei über die Grenze nach Syrien vorgedrungen, um den Kampf der syrischen Kurden gegen den IS zu unterstützen.

Mindestens elf Kurden seien in Syrien von IS-Milizionären ermordet worden. Das Schicksal von etwa 800 Flüchtlingen sei unklar.




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