Letztes Update am Mi, 05.11.2014 15:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spurensicherung geht weiter: Keramik der „Brüder Schwadron“ im MAK



Wien (APA) - Das Handwerk der Brüder Schwadron ziert schon seit knapp über einem Jahrhundert die Innenräume bürgerlicher Wiener Bauten. Nun bietet die Berlinerin Tina Zickler mit der Ausstellung „Brüder Schwadron - neue Orte & Spuren“ Einblicke in das Vermächtnis des für das Wiener Stadtbild prägenden Keramikunternehmens. Die Schau wurde gestern im MAK Forum, einem Teil des neuen „MAK Design Labors“, eröffnet.

Zu sehen sind die Ergebnisse des Open Calls, der 2013 im Rahmen eines „Schwadron-Projektes“ dazu einlud, Zeugnisse der Arbeit der Brüder Schwadron ausfindig zu machen. Die dabei gefundenen Orte und Objekte wurden von der Künstlerin Lisa Rastl für die Ausstellung fotografiert. Zu den eingereichten Fundstücken zählen zwei Neptun-Skulpturen aus dem ehemaligen Wiener Dianabad sowie eine Signaturfliese, die im Rahmen der Arisierung speziell gekennzeichnet wurde. Die jüdische Firma Schwadron war im frühen 20. Jahrhundert für viele bekannte Architekten in Wien tätig - darunter auch für Julius Goldschläger, der den Firmensitz gestaltete -, bevor sie von den Nazis enteignet wurde.

Zu Jahresbeginn hatte sich bereits die Schau „Brüder Schwadron call to mind“ in den ehemaligen Räumen der „BAWAG Contemporary“ jener Firma gewidmet, die „ein Fünftel Wien verfliest hat“ (Zickler). „Ziel der zweiten Ausstellung ‚Brüder Schwadron - neue Orte & Spuren‘ ist es, die Erinnerungsarbeit fortzuführen und das Andenken an die Brüder Schwadron zu wahren, die einen einmaligen Beitrag zur Ästhetik der Stadtkultur Wiens leisteten und deren Familie und Firma von den Nazis zerstört wurden“, so die Projektleiterin Zickler in den Presseunterlagen.

(S E R V I C E - Ausstellung „Brüder Schwadron - neue Orte & Spuren“: 5. bis 30. November im MAK Forum, 1., Stubenring 5. Zur Ausstellung ist im Eigenverlag auch ein Katalog erschienen: 108 S., 20 Euro. www.projekt-schwadron.at)




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