Letztes Update am Mi, 19.11.2014 12:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rajoy signalisierte Katalanen Dialogbereitschaft



Madrid/Barcelona (APA/AFP) - Zehn Tage vor seinem Besuch in Katalonien hat Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy seine „Dialogbereitschaft“ mit der widerspenstigen Region bekundet, den Katalanen aber zugleich jedes Recht auf volle Selbstbestimmung abgesprochen. „Ich werde alle Vorschläge zur Lösung der Krise anhören“, sagte Rajoy am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid.

Bedingung ist für Spanien Regierung aber, dass die Autonomieverfechter in Barcelona „die nationale Souveränität nicht liquidieren“. Der konservative Ministerpräsident will am 29. November nach Katalonien reisen. Vorvergangenen Sonntag hatten dort 1,8 Millionen Bürger in einem symbolischen Referendum ohne jegliche rechtliche Bedeutung für eine Abspaltung ihrer relativ wohlhabenden Region vom krisengeplagten Spanien gestimmt. Madrid hält die hartnäckigen Versuche Barcelonas, ein offizielles Referendum abhalten zu dürfen, für verfassungswidrig.

Die Trennungsgelüste der Region haben das südeuropäische Land in eine politische Krise gestürzt, und Rajoy wird vorgeworfen, davor die Augen zu schließen. Der Sprecher von Regionalpräsident Artur Mas reagierte entsprechend spöttisch auf Rajoys Dialogangebot. Mas wäre „entzückt“ über ein Treffen mit Rajoy, um den bislang „rein rhetorischen Dialog endlich mit Inhalt zu füllen“, sagte Francesc Homs.

Bislang ist allerdings kein bilaterales Gespräch zwischen Mas und Rajoy für den 29. November vorgesehen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, steht lediglich Rajoys Teilnahme an einem Treffen seiner Volkspartei PP auf der Agenda.

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