Letztes Update am Mi, 03.12.2014 14:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNDOK-Beratung für Undokumentierte - 80 Anfragen im ersten Halbjahr



Wien (APA) - Die seit Juni dieses Jahres tätige Beratungsstelle für undokumentiert Arbeitende (UNDOK) hat Bilanz über das erste Halbjahr ihrer Tätigkeit gezogen. Demnach wurden etwa 80 Anfragen von der UNDOK, die in der ÖGB-Zentrale in Wien angesiedelt ist, behandelt. Der Großteil der Ratsuchenden waren demnach Männer, viele kamen aus dem ehemaligen Jugoslawien (außer Slowenien).

Die Beratungsstelle war eingerichtet worden, um Menschen, die in Österreich undokumentiert ohne Aufenthalts- bzw. ohne Arbeitsbewilligung arbeiten, zu unterstützen. UNDOK ist eine Initiative von mehreren Fachgewerkschaften, der Arbeiterkammer Wien, von NGOs, der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft sowie von Migrantinnenorganisationen und antirassistischen Aktivisten. Die Anlaufstelle wird vom UNDOK-Verband getragen.

In Österreich gibt es derzeit 28 verschiedene Aufenthaltstitel, die den Zugang zum Arbeitsmarkt für Zugewanderte einschränken oder verwehren - etwa für Asylsuchende, Studierende aus Drittstaaten, Rot-Weiß-Rot-Kartenbesitzer oder Saisonarbeiter. Die Betroffenen sind eine der am wenigsten geschützten Gruppen am Arbeitsmarkt. Häufig arbeiten sie in prekären Verhältnissen mit überlangen Arbeitszeiten und sehr niedrigen Löhne und ohne soziale Absicherung. Die meisten wissen nichts von ihren Rechten: So können ihnen etwa Unfall-, Pensions- und Krankenversicherung zustehen, auch wenn arbeitsrechtlich kein formales Beschäftigungsverhältnis besteht, heißt es in der Aussendung der UNDOK.

Informationen darüber haben die Arbeiterkammer und der UNDOK-Verband in einer Broschüre „Arbeit ohne Papiere, aber nicht ohne Rechte“ zusammengefasst, die auf der Homepage der „Medienservicestelle Neue Österreicher/innen“ (MSNÖ) abrufbar ist. So kann etwa, wenn keine genaue Lohnhöhe vereinbart wurde, ein angemessenes Entgelt gefordert werden. Und auch Zeiten einer unrechtmäßigen Beschäftigung werden als Versicherungszeiten gewertet und daraus entstehen Ansprüche, da der sozialversicherungsrechtlich Arbeitnehmer weiter gefasst sei als der arbeitsrechtliche, heißt es in der Broschüre. Die Inanspruchnahme von Leistungen aus der Krankenversicherung werde in der Praxis aber schwierig, wenn man über keine E-Card verfügt oder diese keine Versicherung anzeigt. Trotzdem gebe es auch hier Möglichkeiten, seine Rechte geltend zu machen.

Für die Zukunft plant die UNDOK auch Initiativen im ländlichen Raum, da die Problematik der undokumentierten Arbeitnehmer auch dort, etwa in der Landwirtschaft, vorhanden sei. So könnten etwa mobile Beratungsstellen eingesetzt werden. Weiters macht sich die Anlaufstelle für das Arbeitsrecht von Asylsuchenden stark.

~ WEB http://www.oegb.at

http://www.arbeiterkammer.at ~ APA348 2014-12-03/14:14




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