Letztes Update am Fr, 05.12.2014 09:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Laute Kirchenglocken - Mühlviertler Gemeinde probt „Stille Nacht“



St. Martin im Mühlkreis/Linz/Rohrbach (APA) - Während sich die Linzer Dompfarre wegen der nächtlichen Glockenschläge des Mariendoms mit einer Anrainer-Klage konfrontiert sieht, heißt es in der Mühlviertler Pfarre St. Martin derzeit probeweise „Stille Nacht“: Pfarrer Reinhard Bell will - ungeachtet seines Namens - herausfinden, wie seine Schäfchen reagieren, wenn die Turmuhr schweigt. Das berichtet die aktuelle Ausgabe der „Bezirksrundschau“.

„Wenn das Schlagen nicht dem Wohl oder Heil des Menschen dient, kann es auch Veränderungen geben. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, die eine gewisse Toleranz von allen verlangt“, betont der Pfarrer. Man solle das Glockengeläut nicht ideologisieren. Er kann daher auch Argumenten wie „die Kirche war schon früher da“, nicht viel abgewinnen.

„Bei uns in der Pfarre gab es keinen Streit, aber ich habe Personen gefragt, die daneben wohnen“, so Bell. Fazit: „Viele Leute sagen, sie hören das Glockenschlagen schon gar nicht mehr“, es gebe aber auch welche, die es stört. Er wolle berechtigte Sorgen der Menschen ernst nehmen, etwa wenn jemand einen leichten Schlaf oder kleine Kinder habe.

In der Bezirkshauptstadt Rohrbach hängt man auch nicht bedingungslos am nächtlichen Gebimmel: „Für mich ist das Glockenschlagen kein Dogma“, so Stadtpfarrer Alfred Höfler. Er würde, wenn es gewünscht wird, auch im Pfarrgemeinderat darüber diskutieren. Allerdings stellt sich die Frage derzeit nicht: Die Kirchenuhr ist kaputt und wartet auf Reparatur.




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