Letztes Update am Mo, 29.12.2014 03:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regionalpräsidenten von Katalonien und Euskadi gemeinsam gegen Madrid



Madrid/Barcelona/Vitoria Gasteiz (APA) - Die Regionalpräsidenten Kataloniens und des spanischen Baskenlandes (Euskadi) wollen gemeinsam den Zentralismus Madrids bekämpfen. Das vereinbarten Artur Mas und Inigo Urkullu am Sonntag bei einem Treffen in der baskischen Hauptstadt Vitoria (Gasteiz). Die konservative Regierung von Spaniens Premier Mariano Rajoy betreibe eine zunehmende Rezentralisierung, beklagten die beiden Politiker.

Rajoy (Volkspartei/PP) habe einseitig grundlegende Konzepte der Eigenverantwortlichkeit von autonomen Regionen wie Katalonien oder Euskadi wieder rückgängig gemacht. Dabei seien diese bereits vor drei Jahrzehnten ausgearbeitete worden, hielten Mas und Urkullu laut Medienberichten fest. Am Abend besuchten sie gemeinsam das freundschaftliche „Fußball-Länderspiel“ zwischen Euskadi und Katalonien in Bilbao (1:1).

Vor allem in Katalonien wurde in den vergangenen Monaten intensiv über eine Loslösung von Spanien diskutiert. Anfang November sprachen sich bei einer inoffiziellen Volksbefragung in Katalonien rund 80 Prozent für einen eigenständigen Staat aus. Allerdings hatten sich deutlich weniger als die Hälfte der „Wahlberechtigten“ an der in keiner Weise bindenden „Consulta“ beteiligt. Die Gegner einer Unabhängigkeit hatten die von Kataloniens Regionalpräsident Artur Mas initiierte Befragung boykottiert.

In Euskadi sind die Rufe nach einer ultimativen Loslösung von Spanien in den vergangenen Monaten eher leiser geworden, dennoch gibt es immer wieder Kritik an der Regierung in Madrid. Im Gegensatz zu Katalonien verfügt das spanische Baskenland aber über eine weitgehende Steuerautonomie.




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