Letztes Update am Sa, 10.01.2015 11:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Schwarze Lieder“ - Komponist und Flötist Ernst Kölz gestorben



Wien (APA) - Der Komponist und Flötist Ernst Kölz ist am 30. Dezember 85-jährig nach schwerer Krankheit in Wien gestorben. Das teilte sein Sohn heute, Samstag, der APA mit. Kölz hatte seine größten Erfolge mit seinen bei Preiser Records erschienenen, von Helmut Qualtinger gesungenen, legendären „Schwarzen Liedern“ nach Gedichten im Wiener Dialekt von H.C. Artmann und Gerhard Rühm.

Ernst Kölz, geboren am 26. Jänner 1929 in Wien, studierte 1944 bis 1950 bei Hans Ulrich Staeps Blockflöte am Konservatorium der Stadt Wien. Anfang der 1950er Jahre lernte er über die Verbindungen zum Art Club die wichtigsten bildenden Künstler, Schriftsteller und Komponisten seiner Generation kennen. Daraus entstanden auch gemeinsame Konzerte und Veranstaltungen.

Kölz komponierte neben Instrumentalmusik auch Liederzyklen, Musik für Theater und Film sowie zu Hörspielen u.a. von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker. Ähnlich populär wie die „Schwarzen Lieder“ wurden seine „Moritaten“, gesungen von Helmut Qualtinger und Kurt Sowinetz. Zu diesem Genre zählen auch die vom Komponisten selbst vorgetragenen „Wiener Depressionen“ nach Texten von Joe Berger. Neben seinen Textvertonungen hat sich Kölz auch als Blockflötenvirtuose und als Herausgeber von Werken aus dem 18. Jahrhundert einen Namen gemacht.

Ernst Kölz erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, darunter den Theodor-Körner Preis (1964), den Förderungspreis der Stadt Wien (1965) und das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2009).




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