Letztes Update am Do, 05.02.2015 05:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Donau-Versicherung-Chefin: Pensionskonto stärkt private Vorsorge 1



Wien (APA) - Das Pensionskonto hat wieder Bewegung in die Diskussion um die Notwendigkeit der privaten Vorsorge gebracht und zu mehr Nachfrage nach Vorsorgeprodukten geführt, sagte Donau-Versicherungs-Generaldirektorin Elisabeth Stadler zur APA. Das aktuelle Niedrigzinsumfeld werde die Donau Versicherung noch viele Jahre durchhalten.

Die niedrigen Zinsen seien natürlich auch für die Donau in der Lebensversicherung ein Thema. Man habe aber viele alte Veranlagungen, die noch eine deutlich höhere Verzinsung abwerfen. Bei den Neuveranlagungen aber sei die Herausforderung, ein entsprechendes Investment für Garantiezins und Gewinnbeteiligung zu finden und trotzdem auch den Anforderungen des Investments in der Lebensversicherung genüge zu tun. Die Donau Versicherung versuche in der Veranlagung zu diversifizieren.

Den Immobilienanteil wolle man steigern - von aktuell 7 Prozent auf 8 bis 10 Prozent. „Das passt auch gut“ - zur Versicherung und zur Lebensversicherung im speziellen, weil diese langfristig ausgerichtet sei, „und da sind Immobilien eigentlich die beste Unterlegung“, meinte Stadler. Man mache in der Lebensversicherung derzeit keine so großen Erträge wie die Branche gewohnt sei, daher müsse man auch die Kostenthematik angehen.

Die durchschnittliche Verzinsung in der klassischen Lebensversicherung liegt bei der Donau aktuell bei 3,25 Prozent. In der Bilanz für 2014 sei keine Senkung beabsichtigt, so Stadler. Aufgrund der momentanen Situation werde man die Verzinsung am Ende dieses Jahres aber wieder sehr genau anschauen.

Die Donau Versicherung habe im Vorjahr deutlich mehr Interesse, mehr Offerte und auch mehr Abschlüsse in der privaten Altersvorsorge registriert. Auch bei der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge sei die Nachfrage 2014 höher gewesen als im Jahr davor. Stadler hofft, dass das Thema auch weitergeht: Private Vorsorge sei aufgrund der demografischen Entwicklung wichtig, das Pensionskonto werde das weiter aufzeigen. Die Pensionslücke für einen Durchschnittsverdiener betrage nach Berechnungen von Eco Austria 500 bis 600 Euro pro Monat, illustriert Stadler den Vorsorgebedarf. Verdeutlicht werde auch die Notwendigkeit der Vorsorge für Frauen, deren durchschnittliche Pension um rund ein Viertel niedriger sei als jene von Männern.

Ein völliger Umstieg auf Lebensversicherungen ohne Garantiezinssatz ist bei der Donau nicht geplant. Eine garantiezinslose Variante ist für Stadler aber eine gute Alternative zur klassischen Lebensversicherung. Hier zeige sich sehr gut die Problematik einer garantierten Verzinsung mit geringeren Erträgen und auf der anderen Seite ohne eine Garantie. Die Donau Versicherung habe ein solches Produkt schon seit Frühjahr 2013, das Produkt werde von den Kunden „wirklich gut“ angenommen. Das Thema Garantiezins werde auch in der Beratung angesprochen, aber: „Wir überlassen die Entscheidung dem Kunden.“

Beim Garantiezins werde man die Formel, nach der er berechnet wird, sehr genau beobachten. Wenn die Zinsentwicklung so bleibt, kann sich Stadler vorstellen, „dass es rechnerisch noch einmal nach unten geht“. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat diesen Zinssatz, den die Versicherungen ihren Kunden maximal garantieren dürfen, per Jahresbeginn von 1,75 auf 1,5 Prozent gesenkt.

Ein wichtiges Thema sei auch die private Pflegevorsorge. Aktuelle gebe es in Österreich rund eine halbe Million Pflegegeldbezieher, innerhalb von 20 Jahren könnte sich deren Zahl verdoppeln. Die Nachfrage nach den Produkten ist in Österreich relativ gering. Stadler meint hier spiele wohl auch die Einstellung „mich wird‘s schon nicht treffen“ eine Rolle. Um die private Pflegeversicherung anzukurbeln, sollte die Zukunftsvorsorge um die Pflegevorsorge erweitert werden. Das wäre ein relativ geringer Aufwand, und der Staat würde damit auch die Sozialversicherung stützen.

~ WEB http://www.donauversicherung.at ~ APA041 2015-02-05/06:00




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