Letztes Update am Mi, 11.02.2015 09:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WK-Wahl - UNOS wie „David gegen Goliath“ gegen Wirtschaftsbund



Wien (APA) - Die UNOS sehen sich als Pioniere im Wirtschaftskammer-Wahlsystem. Ein Prozent-Ziel gebe es nicht, man wolle in möglichst viele Fachgruppen einziehen und hoffe auch auf einen Sitz im Wirtschaftsparlament. Im Wettbewerb mit dem ÖVP-Wirtschaftsbund, der in allen neun Bundesländern derzeit die absolute Mehrheit hält, sehen sich die UNOS wie „David gegen Goliath“.

„Letztendlich kämpfen wir alle gemeinsam gegen den Wirtschaftsbund, weil eine absolute Mehrheit einer Interessensvertretung nicht gut tut“, ist der Unternehmer und Wiener Wahlkampf-Koordinator Markus Ornig überzeugt. In Wien gebe es die besten Chancen, diese absolute Mehrheit zu brechen. Bei den letzten WK-Wahlen vor fünf Jahren hatte der Wirtschaftsbund in der Bundeshauptstadt mit 50,3 Prozent nur knapp die Absolute gehalten. Die Wahlbeteiligung habe knapp unter 30 Prozent gelegen. Der Wahlkampf sei daher auch ein Mobilisierungswahlkampf.

Dabei hätten die UNOS nicht diese Voraussetzungen, wie sie andere Fraktionen hätten, ist Ornig überzeugt: „Wir haben kein Geld. Wir arbeiten überwiegend ehrenamtlich. Wegen Geld macht das niemand - ich am allerwenigsten“. Im Gegenteil, gerade in Wien würden ihnen von der Wirtschaftsbund-dominierten Wirtschaftskammer auch viele Steine in den Weg gelegt. So sei in Wien die Auslegung der Gesetze bei der Anerkennung von Unterstützungsunterschriften sehr streng gewesen - nicht so jedoch in anderen Bundesländern, wo der Wirtschaftsbund eine bequeme absolute Mehrheit habe.

Das Verhältnis zur politischen Partei, den NEOS, beschreibt Ornig so: Man sei zwar aus derselben politischen Familie, agiere aber völlig unabhängig voneinander. Keiner der UNOS-Kandidaten sei verpflichtet, NEOS-Parteimitglied zu sein. Er selber sei UNOS-Landeskoordinator für Wien und auch Teil des NEOS-Landesteams. Grundsätzlich könne jeder UNOS-Kandidat frei von der Partei agieren. Die einzelnen Kandidaten in den Fachgruppen hätten teilweise auch eigene Programme mit eigenen Schwerpunkten formuliert - neben dem gemeinsamen UNOS-Programm. Im Handel werde die Liberalisierung der Ladenöffnungsregelung gefordert, generell wollen sich die UNOS für eine Lohnnebenkosten-Senkung stark machen. Die stärkste Fachgruppe aus UNOS-Sicht sei die UBIT, die Unternehmensberater und IT-Consultants. Die UNOS-UBIT-Spitzenkandidatin Sabine Fischer habe sogar den Wirtschaftsbund für die neue Gruppierung verlassen.

Die UNOS treten in sieben Bundesländern an, nicht auf den Listen finden sie sich in Kärnten und im Burgenland. Die Wirtschaftskammer-Wahlen finden vom 23. bis zum 26. Februar statt, das Ergebnis wird für 27. Februar erwartet.

~ WEB http://wko.at ~ APA161 2015-02-11/10:24




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