Letztes Update am Fr, 27.02.2015 14:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Islam-Gelehrte verurteilen Zerstörung von Kulturgütern durch IS



Kairo (APA/AFP) - Die Zerstörung antiker Kulturschätze durch die Jihadistenmiliz Islamischer Staat hat weltweites Entsetzen hervorgerufen. In Kairo wies das oberste islamische Rechtsinstitut Dar al-Ifta darauf hin, dass der IS mit seiner Auslegung der islamischen Lehren falsch liege.

Mohammeds Begleiter seien bei ihren Eroberungen immer wieder auf ähnliche Schätze wie in Mossul gestoßen, ohne deren Zerstörung angeordnet zu haben. Diese seien heute von „unschätzbarem historischen Wert“. Auf den Rat der Gelehrten von Dar al-Ifta (Haus der Fatwas) hören Muslime in aller Welt.

Experten reagierten entsetzt auf die Zerstörung der Kulturschätze. Sie wiesen darauf hin, dass die IS-Kämpfer im Museum von Mossul die antike Stadt Nimrud südlich von Mossul als ihre nächstes Ziel bezeichnet hätten.

Die Zerstörung der Stadt der Assyrer und möglicherweise auch des UNESCO-Welterbes Hatra wäre eine „echte Katastrophe“, sagte der irakische Archäologe Abdelamir Hamdani von der Stony Brook Universität in New York. Er und weitere Kollegen riefen die internationale Gemeinschaft auf, alles zum Schutz der antiken Stätten in den vom IS kontrollierten Gebieten zu unternehmen.

(NEU: Unesco schaltet IStGH ein; Experten warnen vor weiteren Zerstörungen; Türkei und USA beginnen mit Ausbildung gemäßigter Rebellen)




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