Letztes Update am So, 19.04.2015 11:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ Ravensbrück



Berlin (APA/AFP) - Mit einer Gedenkveranstaltung ist am Sonntag an die Befreiung des früheren Konzentrationslagers Ravensbrück vor 70 Jahren erinnert worden, in dem während der Nationalsozialistischen Herrschaft zehntausende Menschen umgebracht worden sind

Die deutsche Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte bei der Feierstunde in der Gedenkstätte im nördlichen Brandenburg, die Vergangenheit sei eine Mahnung für die nachfolgenden Generationen. „Verantwortung heißt: Wir dürfen nicht schweigen“, fügte sie mit Blick auf jüngste Fälle von Antisemitismus und Fremdenhass hinzu.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte - mit Blick auf Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte oder Angriffe auf Politiker, die sich für Flüchtlinge einsetzen -, leider seien heutzutage wieder Menschen unterwegs, „die offenbar nichts aus dieser schrecklichen Vergangenheit gelernt haben.“

Zwischen 1939 und 1945 wurden 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche als Häftlinge in Ravensbrück registriert. Die Häftlinge stammten aus über 40 Nationen, unter ihnen befanden sich zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente - allein 6.000 in einer Ende 1944 errichteten Gaskammer. Ende April 1945 trieb die SS zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee das Lager mit rund 2.000 zurückgelassenen Kranken.




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