Letztes Update am Sa, 30.06.2012 10:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ermittlungen gegen Lucas Vater eingestellt



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Keine Kindesmisshandlung; nach mehr als einem Jahr umfangreicher Nachforschungen hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Bernhard Haaser, Vater des 2007 ermordeten Luca, teilweise eingestellt. „Der Umgang des Beschuldigten mit seinen beiden Kindern war vielleicht etwas resolut, aber nicht strafrechtlich relevant“, bestätigt Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, das Ermittlungsergebnis.

Der Unterländer Bernhard Haaser beschäftigt allerdings weiterhin die Innsbrucker Justiz.

Und zwar aus zwei Gründen: Einerseits haben die Rechtsvertreter von Haasers Töchtern einen Fortsetzungsantrag gestellt. Anders ausgedrückt: Sie sind mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens nicht einverstanden und wollen eine neuerliche Prüfung der Vorwürfe erzwingen.

Andererseits ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue bzw. Veruntreuung gegen den Unterländer. Und zwar in Zusammenhang mit dem Kinderschutzverein LUCA, den Bernhard Haaser nach dem gewaltsamen Tod seinen zweieinhalbjährigen Sohnes (Herbst 2007) gegründet hat. Unstimmigkeiten zwischen dem Unterländer und Vereinsfunktionären könnten der Hintergrund für die Anzeige sein. Der Verein dürfte übrigens nicht mehr aktiv sein. Für Bernhard Haaser gilt auch in Zusammenhang mit den Untreue-Vorwürfen die Unschuldsvermutung.

Zurück zu den Misshandlungsvorwürfen: Im Winter 2011 hat die Kufsteiner Jugendwohlfahrt dem alleinerziehenden Vater nach einer Anzeige die jüngere Tochter abgenommen. Die damals Siebenjährige wurde für mehrere Wochen an der Innsbrucker Klinik untergebracht. Nicht aus gesundheitlichen Gründen – die Behörde wollte das Kind bis zur Fertigstellung eines Gutachtens in Sicherheit bringen.

Die ältere Tochter (damals elf) übersiedelte vom Vater zur leiblichen Mutter. Nach dem Spitalsaufenthalt folgte die jüngere Schwester nach.

Gerichtsmediziner stellten bei der siebenjährigen Tochter leichte Verletzungen (hauptsächlich blaue Flecken) fest. Verletzungen, deren Ursache zunächst nicht eindeutig geklärt werden konnte.

Haaser beteuerte stets, seine Tochter habe sich die „Blauen“ beim Spielen zugezogen.




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