Letztes Update am Mo, 05.11.2012 22:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gym Adolf-Pichler-Platz startet Rückholaktion

Dringend notwendiger Schulausbau soll im Sommer 2013 angegangen werden. Container als Ausweichquartier stehen nicht zur Debatte.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Innsbrucker Altstadt und das Bundesrealgymnasium Adolf-Pichler-Platz verbindet mehr als nur die räumliche Nähe. Seit nunmehr rund zehn Jahren verfügt die Schule dort über eine Außenstelle. Zwei Klassen wurden mangels Platz im Stammhaus dorthin ausgesiedelt. In angemieteten Räumen. „Es ist ein Zustand, der beendet gehört“, seufzt Direktorin Evelin Müller-Bürgel. Wohlwissend, dass Hilfe naht. Denn die Rückholaktion der etwas anderen Art und noch viel mehr sind bereits beschlossene Sache. Und zwar in Gestalt eines räumlichen Erweiterungsprogramms. Hierzu wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt, dessen Siegerprojekt bereits per Juryentscheid gekürt und vom städtischen Bauausschuss­ gutgeheißen wurde.

„Geplant sind sechs neue Klassenräume“, beschreibt Reinhold Raffler, seines Zeichens Direktor des Landesschulrates für Tirol, den Kern des Bauprojekts. Damit soll auch gewährleistet sein, dass jene Sonder-Unterrichtsräume, die derzeit im Stammhaus durch Regelklassen belegt seien, wieder für ihren angestammten Zweck frei werden. Weiters soll Platz für Nachmittagsbetreuung sowie Mittagstisch geschaffen werden. „Bis dato war dies aus räumlichen Gründen einfach nicht machbar“, sagt Müller-Bürgel. Derzeit besuchen 783 Schüler untertags das Haus, welches am Abend noch einmal von rund 550 Abendschülern frequentiert wird.

Erleichterungen soll es aber nicht nur für den Schüler-, sondern auch den Lehrer-Alltag im Bundesrealgymnasium Adolf-Pichler-Platz geben. Auch hier sei man „überbelegt“, wie es die Direktorin nennt. Daraus ergebe sich die Konsequenz, dass sich so manche altgediente Lehrkraft einen Arbeitsplatz mit einem Junglehrer teilen muss. Und da sei „kein wirkliches Arbeiten mehr möglich“, wie Müller-­Bürgel sagt.

Umgesetzt soll der Raumbedarf zum größten Teil mittels eines Zubaus im Innenhof des Gymnasiums werden. Aber auch der Altbestand wird adaptiert. Die Pläne des Innsbrucker Architekten Axel Birnbaum, der sich einstimmig im Wettbewerb gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, müssen zwar noch laut Jury überarbeitet werden, sehen aber im Innenhof eine eingeschoßige, brückenähnliche Überbauung Richtung Süden, andockend an das Stammgebäude vor.

Allfällige Ängste, durch die Innenhofverbauung würden Freiflächen reduziert, versucht Raffler zu zerstreuen: „Die Freiflächen werden nicht weniger, sondern mehr, weil die Dachflächen der Überbauung zusätzlich mitgenützt werden können.“

Auch wenn die Bauabwicklung gemäß Raffler noch in Erarbeitung sei, habe man einen „ambitionierten Zeitplan“. Jeweils in den schulfreien Sommermonaten 2013 und 2014 sollen die Arbeiten durchgeführt werden. Das störe den Betrieb am wenigsten­. Denn Raffler und Müller-Bürgel sind sich einig: „Es wird keine Container-Lösungen geben.“

Das Projekt selbst wird von Raffler mit 1,5 Mio. € reinen Baukosten angegeben, zusammen mit der Möblierung werde man sicher auf „über zwei Millionen kommen“. Kosten, die der Bund trägt. Die Bauausführung übernehmen die Innsbrucker Immobilien Gesellschaften (IIG), da es sich beim Bestandsobjekt um eine städtische Immobilie handle, wie IIG-Chef Franz Danler bestätigt.




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