Letztes Update am Fr, 14.12.2012 09:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Führungswechsel bei Stadtparteitag der FP

90 Prozent wählten Markus Abwerzger am Mittwoch zum neuen Innsbrucker FPÖ-Obmann.



Von Thomas Buchner

Innsbruck – Nach „schweren Zeiten“, wie die Funktionäre der Innsbrucker FPÖ die letzten Monate inklusive der Gemeinderatswahl im Frühjahr bezeichneten, war man am Mittwochabend beim Stadtparteitag bemüht, Geschlossenheit zu demonstrieren. Der Rücktritt des langjährigen Obmanns Richard Heis war ein emotionaler: Sichtlich gerührt zog er Bilanz über seine Amtszeit mit „Höhen und Tiefen“.

Von 100 % Zustimmung bis hin zu Putschversuchen habe er alles in seiner Zeit als Obmann erlebt. Sein persönlicher Rückblick fällt aber positiv aus: „In meiner Zeit hat die FPÖ bei allen Wahlen dazugewonnen.“ Heis soll aller Voraussicht nach für die Freiheitlichen in den Nationalrat einziehen. Er freute sich, dass sein politischer Ziehsohn und derzeitiger Klubobmann der FPÖ im Gemeinderat, Markus Abwerzger, ihm als Stadtparteiobmann nachfolgt. Einziger Schönheitsfehler: Das Votum für Abwerzger fiel mit einer Zustimmung von 90 % niedriger aus, als von vielen erwartet. Den meisten Applaus der Delegierten bekam am Mittwoch ein anderer: Rudi Federspiel, der verlorene Sohn der Innsbrucker FPÖ. Er wird nicht nur bei der kommenden Landtagswahl am zweiten Listenplatz kandidieren, wie die Tiroler Tageszeitung berichtete, sondern auch Abwerzgers Stellvertreter als Stadtparteiobmann sein. Landesparteichef Gerhard Hauser bekannte, dass er Federspiel schon vor der GR-Wahl heuer im Frühjahr wieder ins blaue Boot holen wollte. Das ist ihm damals offensichtlich nicht gelungen. Mehr noch: Mit Federspiel als Zugpferd wollen die Freiheitlichen „die linke Mehrheit“ im Innsbrucker Gemeinderat sprengen und eine „mitbestimmende Kraft werden“. Dann können die Freiheitlichen nicht mehr von der Stadtregierung ferngehalten werden, so Hauser weiter. Der neue Chef der Stadt-FPÖ, Abwerzger, der seine politische Karriere 1992 beim Ring Freiheitlicher Jugend in Dornbirn begann, möchte „nach der schwierigen Zeit neu anfangen“. Als erstes Ziel nennt er die Wiedergründung sämtlicher Ortsgruppen in Innsbruck, und das bis Februar.

Die Delegierten und Funktionäre beschäftigten sich auch mit den kommenden Wahlen und politischen Gegnern. Dabei wurde oft vom Team Stronach gesprochen, wobei Abwerzger aber nicht müde wurde zu betonen, dass „wir keine Angst vor dem Team Stronach haben“, denn in Innsbruck sei das bürgerlich-rechte Lager nun wieder eine „vereinte Kraft“.




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