Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2013


Pädagogen stärken ihre Persönlichkeit

120 Innsbrucker Kindergarten- und Hortpädagogen starten mit den Impulstagen ins neue Betreuungsjahr.

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© RMS/Steinacker



Von Sabine Kuess

Innsbruck – Für 2650 Kinder und Jugendliche in Innsbruck startet kommende Woche wieder der Ernst des Lebens – nämlich im Kindergarten bzw. nachmittags im Hort. 120 der 260 zuständigen Pädagogen begannen das neue Schuljahr bereits gestern mit den Impulstagen.

Die Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Ent-wickeln! Vorhandenes nutzen und Neues wagen“ dauert bis morgen Mittwoch und stellt die Persönlichkeitsentwicklung in den Vordergrund. „Geht es der Pädagogin gut, geht es auch den Kindern gut. Gestärkte Personen können sich besser abgrenzen“, beschreibt die Leiterin des Amts für Kinder- und Jugendbetreuung, Brigitte Berchtold, und stellt die Frage in den Raum: „Bei einem geringen Selbstwert und Unsicherheit im Auftreten – wie erkläre ich da den Eltern meinen Standpunkt?“

Für den zuständigen Stadtrat Ernst Pechlaner steht fest: „Horte sind nicht da, damit dort Nachhilfe gemacht wird. Hortpädagogen bieten Hilfe und Unterstützung bei Hausaufgaben, aber Wissensvermittlung ist der Job der Schule.“ Die Impulstage würden auch den Kindergartenpädagogen „neue Perspektiven zu alltäglichen Abläufen“ aufzeigen, wie Referent Thomas Huber betont. Gemeinsam mit Bernd Fankhauser widmet er sich in dem Vortrag „Wer ver-suchet, der findet“ dem Humor, dieser soll zur Stressbewältigung eingesetzt werden.

„Kindergartenpädagoge zu sein, ist fast wie ein Managerjob. Wenn ich mit 20 Kindern aus verschiedenen Kulturen und Altersgruppen täglich zu tun habe“, erklärt Huber, der Rote-Nasen-Clown und Psychotherapeut betont weiters: „Ein Spitzenmanager hat teilweise weniger Arbeit als eine Kindergartenpädagogin.“

Ab Oktober, verspricht Pechlaner, sollen alle Kindergartengruppen mit 20 Kindern je zwei Fachkräfte haben. Drei Schwerpunkte gebe es für das Schuljahr 2013/14: die sprachliche Frühförderung, Bewegung und Sport sowie eine aktive Elternarbeit. Pechlaner: „Es gibt eine große Erwartungshaltung an die Kindergärten, dabei werden sie oft mit der Vorschule verwechselt. Dort geht es aber um Leichtigkeit.“ Jährlich investiert die Stadt knapp 65.000 Euro in die Weiterbildung der Pädagogen, 30 Stunden pro Jahr müssen sich diese verpflichtend fortbilden.




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