Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2013


Im zweiten Anlauf grünes Licht für neuen Jugendraum

Telfs nimmt zusätzliches Geld für die Betreuung der Jugendlichen in die Hand. Auch ein neuer Jugendkoordinator ist bereits gefunden.

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© Paumgartten



Von Nikolaus Paumgartten

Telfs – In den vergangenen Monaten sorgte die Jugendarbeit in Telfs mehr für politische Negativ- denn für inhaltliche Positivschlagzeilen. Im Zentrum der Kritik und von den Gemeinderäten quer durch die Fraktionen wegen seines angeblich fehlenden Engagements ins Visier genommen war Gemeindevorstand Florian Stöfelz (VP), die TT berichtete. Als im letzten Gemeinderat vor der Sommerpause der neue geplante Jugendraum im Ortsteil Puite beschlossen werden sollte, eskalierte der Konflikt und Stöfelz erklärte seinen Rückzug aus dem Ausschuss (siehe Kasten rechts). Eine Entscheidung über den Jugendraum wurde vertagt.

Stöfelz’ Stellvertreter im Jugendausschuss, GR Christoph Walch (Grüne), lud deshalb im August die Ausschussmitglieder zur Sitzung, um das Vorhaben unter Dach und Fach zu bringen. Im jüngsten Gemeinderat präsentierte er die Details zum neuen Jugendraum:

Im ersten Stock der MPreis-Filiale in der Puite werden künftig 130 m² für die Jugendlichen zur Verfügung stehen. Die Adaptierungskosten betragen rund 100.000 Euro, Einrichtung und Geräte schlagen mit weiteren 40.000 Euro zu Buche. Die vier großen Wohnbauträger, die in der Puite gebaut haben, beteiligen sich mit rund 50.000 Euro an den Kosten und die Firma MPreis verzichtet in den ersten drei Jahren auf die monatliche Miete in der Höhe von 900 Euro. Bleiben an laufenden Ausgaben etwa 280 Euro im Monat an Betriebskosten.

Die Öffnungszeiten sind mit jenen des Jugendzentrums Chilli beim Sportzentrum abgestimmt, der Schwerpunkt in der Puite liegt in der Betreuung am Nachmittag bzw. Abend, während das Chilli vor allem in der Mittagszeit für die Jugendlichen der umliegenden Schulen geöffnet hat. Um einen reibungslosen Betrieb der Einrichtungen zu gewähleisten, sind 20 zusätzliche Betreuungsstunden notwendig, welche die Gemeinde 20.000 Euro im Jahr kosten werden. Das Gesamtpaket wurde nach einigen Diskussionen über Konzepte in der Jugendarbeit mit vier Stimmenthaltungen beschlossen.

Unter jenen, die sich der Stimme enthalten hatten, war auch Gemeindevorstand Florian Stöfelz, der dafür Kritik von Josef Federspiel (WFT) erntet. „Stöfelz reagiert wie ein trotziges Kind und enthält sich der Stimme bei einer so wichtigen Entscheidung für unsere Telfer Jugendlichen. Als ehemaliger Obmann des Jugendausschusses ist das schon ein seltsames Verhalten“, meint Federspiel in einer Aussendung.

Stöfelz selbst erklärt seine Enthaltung gegenüber der TT mit der Tatsache, dass mit dem Gemeinderatsbeschluss auch gleichzeitig die Öffnungszeiten für die beiden Einrichtungen abgesegnet wurden. „Ich halte das für verfrüht, zumal noch nicht klar ist, welche konkrete Angebote für die jungen Telfer geschaffen werden. Abhängig von der jeweiligen Ausrichtung des neuen Jugendraumes werden sich die Öffnungszeiten erst nach und nach ergeben“, sagt Stöfelz.

Mit der Leitung der beiden Einrichtungen wird der neue Jugendkoordinator betraut sein. Der 32-jährige Telfer Florian Minatti überzeugte beim Hearing und nimmt in 14 Tagen seine Arbeit auf.




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