Letztes Update am So, 10.03.2013 10:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Geschüttelt, nicht gerührt

Kitzbühel ist eine der Geburtsstätten der berühmten Roman- und Filmfigur James Bond. Autor Ian Fleming verbrachte einige Jahre in Kitzbühel und viele seiner Erlebnisse fanden den Weg in seine Bücher.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Spione, Geliebte, Abenteuer und ein mondänes Leben – so gibt sich die berühmte Romanfigur James Bond. Ihr Schöpfer ist der englische Schriftsteller Ian Fleming und Bonds Geburtsort dürfte wohl Kitzbühel sein.

Im Jahr 1923 verschlug es den damals 19-jährigen Fleming nach Kitzbühel. Seine Eltern hatten ihn geschickt, nachdem er in zwei englischen Schulen rausgeworfen worden war. Schon damals war Kitzbühel ein bekannter Wintersportort, aber noch ruhig und beschaulich. Genau diese Stille sollte den jungen Fleming etwas bremsen. Denn es sollen Frauengeschichten der Grund für die Rauswürfe gewesen sein.

Das Quartier schlug Fleming von 1923 bis 1926 im Hotel Tennerhof in Kitzbühel auf. Damals war das heutige Fünf-Sterne-Hotel eine Pension und zwischen Fleming und der Besitzerfamilie von Pasquali entwickelte sich bald eine Freundschaft. „Ich weiß aus dieser Zeit leider nicht sehr viel, aber Fleming soll in Kitzbühel viel Spaß gehabt haben“, sagt Luigi von Pasquali, der heutige Hausherr. Er spielt damit auf den Ruf Flemings als Frauenheld an. Beschrieben wird Fleming als angenehmer und bescheidener Gast, der gute Beziehungen zu den Einheimischen pflegte.

„Als er damals nach Kitzbühel gekommen ist, wollte er selber noch Agent und James Bond werden, er ist auf die Schule einer ehemaligen britischen Agentin gegangen“, sagt Gugu Tysz­kiewicz, Fleming-Kenner und Organisator der Ian Fleming Ski Challenge am Wochenende in Kitzbühel. Bond verliebte sich damals in die um acht Jahre ältere Lisl Popper aus Kitzbühel. Die Bedeutung dieser Romanze Popper zeigt auch das Testament Flemings, er hat Popper darin bedacht. Ebenfalls eine große Rolle in seiner Zeit in Kitzbühel spielte sein Skilehrer Hannes Oberhauser, und Fleming selbst bezeichnete seine Zeit in Kitzbühel als die „goldenen Jahre“. Diese inspirierten ihn zu vielen der spannenden Ski- und Winterszenen in den verschiedenen Bond-Abenteuern. Vor genau fünfzig Jahren schrieb Ian Fleming „Im Dienst Ihrer Majestät“. In diesem 007-Abenteuer plant James Bond seine Hochzeitsreise nach Kitzbühel. Doch dazu kommt es nicht, denn seine Frau wird von Blofelds Schergen getötet. Hier kommt Kitzbühel erstmals direkt in einem Bond-Abenteuer vor. Ein weiteres Mal wird Kitzbühel beim Bond-Abenteuer „Octopussy“ erwähnt. Fleming war bis in die 50er-Jahre regelmäßig in Kitzbühel, vor allem in der Romanserie „Young Bond“ sind viele versteckte Hinweise auf die Gamsstadt enthalten.

Am Wochenende wird nun Fleming wieder nach Kitzbühel zurückkehren, zumindest der Geist des Autors. Mit der zweiten Ian Fleming Ski Challenge soll des Schriftstellers in Kitzbühel gedacht werden. Auf dem Programm stehen ein Skirennen und, wie könnte es anders sein, auch zwei Abendveranstaltungen. Bereits gestern wurde in der Villa Mellon gefeiert. Mit dabei waren auch die Nichte und der Neffe von Fleming.

Heute Samstag wird das Skirennen „King of the Horn 2013“ ausgetragen, mit „Thunderball“-Party im Take Five. Teilnehmen kann jeder, Startnummernausgabe ist um 9 Uhr beim Ganslernlift – wegen des erwarteten Wetters musste hierher gewechselt werden –, der Start erfolgt um 11 Uhr. Um 18.00 Uhr erfolgt sozusagen der 2. Durchgang beim Black Jack im Casino. Am Abend geht‘s um 23.00 Uhr mit der Siegerehrung und einer Feier weiter. Dresscode klarerweise Smoking oder „Blofeld“, Damen im Bondgirl-Look.




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