Letztes Update am Fr, 17.08.2012 07:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Offizieller Startschuss in Mittewald

Die neue Umfahrung soll die Lebensqualität und Sicherheit der Bewohner steigern. Ende 2013 werden die Arbeiten abgeschlossen.



Von Claudia Funder

Assling, Anras – Es ist ein Projekt mit langer Vorlaufzeit. Schon vor einem Vierteljahrhundert war die Umfahrung ein Thema. Seit einigen Jahren wird intensiv an der Vorbereitung gearbeitet. Das Vorhaben, das den Ortskern von Mittewald entlasten soll, schreckte aber auch Umweltschutzorganisationen auf. So ließ die Absegnung des Projektes durch das Land das alte Schreckgespenst „Alemagna“ wieder aufleben.

Eine Transitstrecke zu errichten, liege jedoch fern, wurde beim gestrigen Spatenstich betont. „Es war nie unsere Motivation, eine Verbindung für andere Straßenprojekte zu schaffen“, betonte BM Bernhard Schneider (Assling): „Es geht vielmehr darum, die Sicherheit, aber auch den Lebensstandard und die Wohnqualität der Gemeindebürger zu erhöhen.“

Es werde kein zusätzliches Fahrzeug durch das Pustertal rollen, aber die Leute werden sicherer und ruhiger wohnen, stieß LHStv. Anton Steixner in dasselbe Horn: „Deshalb hatte das Projekt meine vollste Unterstützung. Die jungen Leute sollen mit Freude im ländlichen Raum bleiben.“

Die Verzögerung des Bauvorhabens, welches die Straße vom Siedlungsraum abrückt, habe, betonte Christian Molzer von der Abteilung Verkehr und Straße, auch Vorteile. Das Projekt unterscheide sich von ursprünglichen Plänen, sei 25 Meter weiter Richtung Bahn gerückt und gewährleiste nun eine bessere Einbindung in die Landschaft: „Die Bevölkerung wird durch die Reduzierung des Lärms eine deutliche Verbesserung spüren.“

Die drei Kilometer lange Umfahrung wird bahnparallel und über das Gemeindegebiet von Assling und Anras geführt. Die Kosten belaufen sich auf 5,5 Mio. Euro brutto. Das Material für den Bau kommt von einem Abtrag von 24.000 m³ im Bereich des Bruggerbaches auf der Pustertaler Höhenstraße, wodurch diese bergseitig verlegt werden kann.

Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, lobte den konstruktiven Geist aller Verhandlungen: „Ich hatte noch nie eine Runde ohne emotionale Diskussion, diesmal verlief alles fachlich und ruhig.“ Die Hauptarbeiten an der Umfahrung werden im Herbst 2013 abgeschlossen.




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