Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 16.08.2013


Große Ehre für Hermann Pedit

Stadt Lienz und Land Tirol würdigten den Osttiroler Maler für seine Verdienste.

© BlassnigHermann Pedit (Mitte) erhält Urkunde und Ring aus den Händen von Elisabeth Blanik und Meinhard Pargger.Foto: Blassnig



Von Christoph Blassnig

Lienz – Höchste Würdenträger des Bezirkes aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Ehrengäste, Freunde, Kollegen aus Kunst und Kultur und zahlreiche Mitglieder seiner Familie haben mit Hermann Pedit am Mittwochabend eine Bilderschau eröffnet, die mehr als fünf Jahrzehnte seiner Arbeit zeigt. Achtundzwanzig zum Teil großformatige Werke geben im Westtrakt von Schloss Bruck Eindrücke seiner Schaffensperioden.

Die Kunsthistorikerin Marianne Hussl-Hörmann bot einen Leitfaden zu den Zusammenhängen von Leben und Werken des Künstlers: „1933 in Lienz geboren, begann Hermann Pedit nach seiner Kindheit seine ungewöhnliche Laufbahn: Vom Kunstschlosserlehrling im Betrieb seines Vaters über die Studienjahre in Wien entwickelte er sich dort zu einem der Künstlerpioniere der Nachkriegsjahre. 1960 kehrte er zurück in die Abgeschiedenheit seiner Geburtsstadt, um die Schlosserei seines Vaters zu übernehmen. Über die Zeit hat er hier zu seiner ganz eigenen Kunst gefunden.“

Laudator Johannes Hibler ergänzte Hussl-Hörmanns Ausführungen um einige persönliche Anekdoten: „In den ersten ein, zwei Jahrzehnten hat sich Hermann Pedit ganz dem übernommenen Betrieb widmen müssen. Er hat einmal gesagt, dass er in diesen Jahren nur Freizeitmaler und sein eigener Mäzen sein konnte.“

Erst ab Mitte der achtziger Jahre arbeitete Pedit wieder vermehrt an seiner Bild- und Farbensprache. Es entstehen die beiden großen Zyklen „Kosmos“ und „Schöpfung“. 1997 bis 2000 folgt aus den Gräueln der Balkankrise die „Nacht der Seele“.

BM Elisabeth Blanik überreichte dem heuer 80-jährigen Sohn der Stadt gemeinsam mit Vize-BM Meinhard Pargger Ehrenurkunde und -ring der Stadt Lienz.

Hermann Pedit selbst wandte sich nur kurz an seine Gäste: „Schauen Sie sich die Bilder an und bilden Sie sich selbst ein Urteil. Ich danke für Ihr Kommen!“ Die Ausstellung wird auch in Kitzbühel und Bruneck gezeigt. Das die Schau begleitende Buch von Anja Werkl ist deshalb zweisprachig aufgelegt worden.

Unmittelbar nach Pedits Ehrung durch die Stadt erhielt der Maler eine weitere Auszeichnung: das Verdienstkreuz des Landes Tirol, das traditionell am Hohen Frauentag, den 15. August, verliehen wird. Pedit bekam es für seine Verdienste um das Kunst- und Kulturwesen.




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