Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.09.2013


Startschuss für Sanierung nach Hangrutsch fällt heute

Die provisorische Lösung in Leisach hat ein Ende: Der Bund gab grünes Licht für den endgültigen Ausbau und eine dauerhafte Stabilisierung.

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© Funder



Von Claudia Funder

Leisach – Dreieinhalb Jahre ist es mittlerweile her, dass eine massive Hangrutschung in Leisach auf einer Länge von mehreren hundert Metern Bundesstraße, Radweg und Draufluss verlegte. Erdreich im unglaublichen Ausmaß von rund einer Mio. m³ war am 20. Februar 2010 in Bewegung geraten. Reagiert wurde damals äußerst rasch und effizient, um die wichtig­e Verbindung Richtung Italien rasch wieder verkehrsflott zu machen.

Nach Sofortmaßnahmen an der B100 wurde der Radweg auf die andere Straßenseite verlegt, die Pedalritter seitdem über zwei im Eiltempo aus dem Boden gestampft­e Brücken gelotst sowie ein provisorisches Gerinne der Drau hergestellt. In einer zweiten Phase folgte eine so genannte „Kopfentlastung“, ein Materialabtrag von oben nach unten. „In Etappen“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, „wurden insgesamt rund 200.000 m³ Material abgebaut.“

Die Drau ist aber nach wie vor eingeengt. Haider: „Der Bereich ist hochwassergefährdet, im Anlassfall müssten wir die B100 sofort sperren.“

Bisher floss bereits über eine Mio. Euro in die bereits gesetzten Maßnahmen. Das Sanierungskonzept liegt seit Herbst 2012 auf dem Tisch, auf eine Genehmigung des Bundes wartete man seit Monaten. „Den Großteil der Kosten in der Höhe von 1,24 Mio. Euro trägt mit 70 Prozent der Bund“, betont der Leiter des Baubezirksamtes.

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Nun gibt es endlich grünes Licht vom Ministerium für die Maßnahmen, welche die bisherige provisorische Lösung durch einen endgültigen Ausbau ersetzen und mit denen eine langfristige Stabilisierung der Ufer und der Sohl­e im Bereich der Hang­rutschung erreicht werden soll.

Bereits heute fällt der Startschuss für die Errichtung des erforderlichen Bauweges für den Materialabtransport. Haider: „Dieser wird gemeinsam mit dem TVB und der Stadtgemeinde Lienz parallel zur Drau realisiert, um den Radweg weiter betreiben zu können, aber auch um Belagsschäden durch die Befahrung mit schweren Lkw zu vermeiden.“ Der Bauweg startet bei der Stadtweg-Brücke und verläuft Hunderte Meter flussaufwärts bis zur Brücke beim Ausschotterungsbecken des Rötenbaches.

Am 1. Oktober wird der Radweg gesperrt, um die beiden provisorischen Brücken wegzuheben. Bis Dezember erfolgen auf dem Bauweg Materialtransporte, um den Hügel weiter abbauen und im Anschluss die Drau verbreitern zu können. 86.000 m³ müssen noch bewegt werden. Gutes und nicht verwertbares Material wird abtransportiert, mit weiterem wird eine Ramp­e aufgeschüttet.

Die Zeit drängt, denn die Maßnahmen im Fluss selbst können nur bei Niedrigwasser erfolgen. Noch im Winter wird die Hochwassersicherheit wiederhergestellt.

Haider: „Unser Ziel ist es, das Projekt Ende Mai 2014 abzuschließen, damit im Jun­i der Radweg wieder in Betrieb gehen kann.“ Dieser wird über eine neue Rampe nach einer leichten Steigung in den Altbestand eingebunden werden.




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