Letztes Update am Do, 06.06.2013 07:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Alte Umweltsünden aufgetaucht

Idealisten haben 230 Kilogramm Müll und Unrat vom Grund des Vilsalpsees geborgen.



Von Simone Tschol

Tannheim – Beim Anblick des Naturschutzgebietes Vilsalpsee bietet sich ein idyllisches Bild. Der tiefblaue Bergsee inmitten der Bergwelt lockt jedes Jahr viele Erholungssuchende an. Die meisten von ihnen halten sich an die Spielregeln. Es gibt jedoch auch hier schwarze Schafe. Jedes Jahr aufs Neue werden leere Dosen oder Flaschen achtlos in den See geworfen.

Die wirklich großen Umweltsünden liegen jedoch weit zurück. Vor allem in den 60er- und 70er-Jahren wurde einiges an Müll im Vilsalpsee – quasi „auf Nimmerwiedersehen“ – versenkt. Oberflächlich nicht zu sehen, ruhen alte Haushaltsgeräte, Autoteile und allerhand Kuriositäten am Grund.

Die Österreichischen Umwelt- und Abfalltaucher aus Kirchbichl rund um Obmann Dietmar Renn – sie bezeichnen sich selbst als „einen Haufen Idealisten“ – haben es sich zur Aufgabe gemacht, die heimischen Gewässer sauberer zu machen. Acht von ihnen tauchten deshalb auch heuer wieder drei Tage lang in die Tiefen des Vilsalpsees hinab, um Müll einzusammeln.

Ihr Tatendrang konnte selbst durch das gänzlich verregnete und kühle Wochenende nicht geschmälert werden. Das Fazit: 64 Stunden Vor- und Nachbereitung, 1580 Kilometer An- und Abreise, 24 Stunden reine Tauchzeit, ca. 65 m³ Atemluftverbrauch und ca. 230 Kilogramm gesammelter Müll. „Mit dieser und allen vorigen Müllsammelaktionen im Vils- und Traualpsee haben die Taucher sowie die Bergwacht Tannheim einen großen Beitrag zum Umweltschutz im Naturschutz- und Natura-2000-Gebiet geleistet“, freut sich Schutzgebietsbetreuerin Caroline Winklmair.




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