Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 13.08.2013


Vent nimmt Abschied vom Bildhauersymposium

In Vent findet das letzte Bildhauersymposium statt. Mehrere Künstler setzen sich dort mit dem Thema „Allmächtige Natur“ auseinander.

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© Markus Hauser



Von Markus Hauser

Vent – Zum sechsten Mal und gleichzeitig auch zum letzten Mal findet im Rahmen der ARTeVent das Bildhauersymposium auf der Barteb’ne bei Vent statt. Heuer ist man einvernehmlich zur Einsicht gelang, dass man nach viel produktiver Arbeit ab 2014 etwas Neues versuchen will.

Unter der künstlerischen Leitung von Gerbert Ennemoser sind es dieses Jahr die Innsbruckerin Gabriela Nepo-Stieldorf, der Deutsche Thomas Sterna, Wolfgang Wohlfahrt aus Südtirol und der Niederösterreicher Norbert Maringer, welche mittels subtiler künstlerischer Eingriffe in die Natur zum Nachdenken, zur Auseinandersetzung mit der so umfassenden Thematik „Allmächtige Natur“ und „Vergänglichkeit“ anregen wollen.

Aus dem kulturhistorischen Wissen unserer Zeit heraus wollen die Künstler die Vergangenheit in die Zukunft projizieren sowie unter dem Eindruck von Mythen Geschichten erzählen. Das Arbeitsmaterial dazu liefert die Natur im prähistorischen Umfeld der Barteb’ne, jahrtausendealte Kultstätte und Sammelplatz von Jägern zu Ötzis Zeiten. Um ein Erleben mit allen Sinnen geht es bei Gabriela Nepo-Stieldorf, wenn sie Wasser als Quelle allen Lebens über einen Spenderstein in einen Empfängerstein fließen lässt und Passanten zum Verweilen einlädt. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Wolfgang Wohlfahrt, wenn er zu Sitzgelegenheiten formulierte Geröllsteine so positioniert, dass sie dazu einladen, aus geruhsamer Position das Wunder Natur zu entdecken.

Über sich und die Welt nachzudenken, ist auch ein Anliegen von Norbert Maringer, wenn er in der Natur entdeckte „kleine Wunder“ freilegt und diese mittels minimaler Eingriffe verdeutlicht. Thomas Sterna wird, mittels Video dokumentiert, einen Eisklotz in Sisyphos-Manier zum Gletscher tragen und die Frage stellen „Wie lange noch?“. Die Reaktionen auf die Kunstwerke der zahlreichen Passanten, die im Freilicht-Atelier der Barteb’ne nur allzu gerne in den Kontakt mit den Künstlern treten, fallen durchwegs positiv aus und lauten unter anderem: „Es macht uns demütig und rückt die Position des Menschen zurecht“, „Es versinnbildlicht das Scheitern menschlichen Tuns“, „Wie ohnmächtig sind wir Menschen doch gegenüber der Natur“.

Am Freitag, den 30. August, findet um 18 Uhr das Abschlussfest des Bildhauersymposiums statt. Bis dahin darf man die Künstler täglich bei ihrer Arbeit begleiten. „Künstlerhoangarte“ finden am 16. und 23. August statt. Treffpunkt ist bei der Sport­alm jeweils um 15 Uhr.




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