Letztes Update am Sa, 07.04.2012 16:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwischen Einladungen und Anstand

Mit einem Fünf-Punkte-Katalog will VP-Bürgermeisterkandidat Platzgummer nicht nur in seiner Partei ans Aufräumen gehen.



Innsbruck – Verlässlich. Damit plakatiert sich auch Christoph Platzgummer im Innsbrucker Stadtgebiet. Das will er auch sein, der Bürgermeisterkandidat der Volkspartei. Und so sei es auch für ihn kein Widerspruch, trotz medialer Ankündigung 2009, nicht mehr in die Politik zurückkehren zu wollen, heute wieder voll im Geschäft zu sein. Er habe das ehrlich gemeint. Jetzt komme er zurück, um Veränderungen einzuleiten – verlässlich.

Auch die Politik an sich will Platzgummer verändern. Die Schlagworte dazu: Anstand, Ehrlichkeit und Bescheidenheit, komprimiert in einem Fünf-Punkte-Programm, das er auch in der eigenen Partei außer Streit und somit allgemein gültig machen will. Sofern er am 15. April Bürgermeister werde. „Das muss den eigenen Parteimitgliedern nicht gefallen“, sagt Platzgummer. Um nicht zu vergessen, dass auch die Polit-Konkurrenz sich angesprochen fühlen solle.

Als Erstes will Platzgummer mehr „politischen Anstand“. So gehöre mit den Korruptionsfällen „sauber aufgeräumt“.

Einladungen anzunehmen, sei nichts Verwerfliches, meint Platzgummer. Auch nicht zur Jagd. Sofern die Abschüsse vom Politiker selbst bezahlt würden. Nur: Über alle sei Buch zu führen und der Öffentlichkeit Einsicht zu gewähren. So müsste es auch bei den Einladungen zur Landesjagd sein. Die Geschenk­annahme hingegen sei ein absolutes No-go. Da gebe es „auch keine Frage der Höhe“, denn „Geschenke ergeben automatisch ein Problem“.

Ebenso transparent seien alle Parteispenden zu machen, fordert der VP-Kandidat ein. Wieso die VP dann nicht im laufenden Wahlkampf die Kosten offenlege? Er sei erst in den Wahlkampf eingestiegen, als das Budget bereits erstellt war, lautet die Antwort. Und zuletzt brauche es einen „politischen Ethikrat“ in Innsbruck.

VP-NR Hakl hätte er, würde sie auf seiner Liste kandidieren, zum Verzicht aufgefordert. Doch Hakl kandidiere eben auf der Bürgermeisterliste „Für Innsbruck“. Ergo sei das auch ein Problem von BM Christine Oppitz-Plörer.

Wieso Politiker überhaupt Anstandsregeln benötigen würden? „Manche haben eben den Boden unter den Füßen verloren“, führt Platzgummer aus. (mami)




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