Letztes Update am Di, 28.05.2013 12:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aufstand gegen Köll, Allianz setzt Keuschnigg durch



Innsbruck – Einen Tag vor der konstituierenden Landtagssitzung am Freitag herrschte in der Tiroler VP dicke Luft: Einmal mehr ging es um den Chef des Arbeitnehmerbundes Andreas Köll: Der Matreier Bürgermeister, der von Bauernbundmandatar Martin Mayerl aus dem Landtag gekickt wurde, konnte sich danach im Landesparteivorstand bei der Wahl der Bundesräte durchsetzen. Sehr zum Missfallen von Bauern- und Wirtschaftsbund. Auf der Strecke blieb der ehemalige Bundesratspräsident und Bauernbündler Georg Keuschnigg.

Am Donnerstag kam es dann zum Krisengespräch bei Parteiobmann LH Günther Platter: Man werde Köll im Landtag nicht zum Bundesrat wählen, drohten die Abgeordneten von Bauern- und Wirtschaftsbund. Den Unmut hatte sich Köll auch deshalb zugezogen, weil er in den vergangenen Tagen erklärt hatte, er würde ohnehin lieber in den Nationalrat wechseln. Dann könnte Keuschnigg für ihn in den Bundesrat nachrücken.

Platter wollte keinen innerparteilichen Konflikt riskieren und machte Wirtschafts- und Bauernbund ein Zugeständnis: Köll ist kein Thema für den Nationalrat, dafür wird Keuschnigg auf der Nationalratslandesliste auf Platz drei abgesichert. Bei der Nationalratswahl 2008 eroberte die ÖVP in Tirol zwei Grundmandate und zwei Sitze über die Landesliste. Nummer eins für 2013 ist Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, dahinter folgen NR Franz Hörl (Wirtschaft) und eben Georg Keuschnigg. Im Unterland ist NR Josef Lettenbichler (Wirtschaft) Fixstarter, im Bezirk Innsbruck-Land/Schwaz NR Hermann Gahr (Bauern). Im Oberland könnte Frauenchefin und BR Sonja Ledl-Rossmann (AAB) das 2008 verlorene Direktmandat zurückerobern.

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Bei den Freiheitlichen dürfte sich die Situation bei der heutigen Vorstandssitzung erneut zuspitzen. Geht es doch dabei auch um die Zukunft von Noch-Parteichef Gerald Hauser. Einerseits könnte Markus Abwerzger bis zum Parteitag im September bereits als geschäftsführender Obmann eingesetzt werden, andererseits steht auch ein Wechsel Hausers in den Nationalrat im Raum. Seine Bewerbung für ein Nationalratsmandat hat gestern auch der Kufsteiner Ex-Landtagsabgeordnete Toni Frisch abgegeben. (pn)




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