Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.08.2013


Vorwärts Tirol

„Wieso ist Oppitz dann noch da?“

Innsbrucks Bürgermeisterin Oppitz-Plörer will sich von Vorwärts zurückziehen. Lindenberger glaubt’s noch nicht.

Anfang Oktober sieht man sich vor Gericht wieder: Hans Lindenberger und Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer.<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Böhm</span>

© Thomas Böhm / TTAnfang Oktober sieht man sich vor Gericht wieder: Hans Lindenberger und Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer.Foto: Böhm



Von Anita Heubacher

Innsbruck – Bereits vor ein paar Wochen hatte Vorwärts-Mitbegründerin Christine Oppitz-Plörer via Medien erklärt, sie wolle sich aus der Partei zurückziehen. Gestern hat sie es noch einmal bekräftigt.

„Wieso ist sie dann noch immer da?“, fragt sich Klub­obmann Hans Lindenberger. Der Rückzug der ehemaligen Weggefährtin kann Lindenberger offenbar nicht schnell genug gehen. Mehr will er nicht sagen. „Wir setzen auf politische Arbeit und fühlen uns dabei pudelwohl.“ Mit „Wir“ meint Lindenberger seinen Landtagsklub. Die vier Abgeordneten haben sich mit Oppitz-Plörer und Anna Hosp zerkracht. Hosp gründete den Parteivorstand neu und ließ sich zur Parteichefin ernennen. Der Klub erkennt weder die Partei noch deren Chefin an.

Anfang Oktober wird man sich vor Gericht wiedersehen. Der Innsbrucker Unternehmer und Vorwärts-Förderer Johann Berchtold hat eine offene Rechnung eingeklagt. Rund 700.000 Euro seien im Wahlkampf für Werbematerial angefallen. Die Höhe der Rechnung machte Lindenberger stutzig. Er weigerte sich zu überweisen. „Schließlich geht es um Steuergeld“, meint auch Landtagsabgeordnete Maria Zwölfer. Die Lermooser Bürgermeisterin ist im Lindenberger-Lager. Dass sich Oppitz-Plörer zurückziehen will, lässt Zwölfer kalt. „Christine hat in der letzten Zeit nicht viel Unruhe gestiftet. Entscheidend ist, was Anna Hosp tut.“ Die wollte gestern nicht viel sagen. Oppitz-Plörers Rückzug sei von Anfang an geplant gewesen. Daher müsse dieser Schritt auch nicht kommentiert werden, erklärte Hosp gegenüber der TT. Gegenüber dem Klub bleibe die Hand ausgestreckt, hatten beide Damen erklärt.

Um die erste Tranche der Parteienförderung überweisen zu können, wollte das Land einen gemeinsamen Beschluss des Hosp- und des Lindenberger-Lagers. Dieser kam nicht zustande. Ein Teil der Parteienförderung wurde vorerst bei Gericht hinterlegt. Angefordert wurde er vom Klub. Mit dem Geld wolle man einen offenen Kredit bedienen, erklärt Zwölfer. Diesen hatte Johann Berchtold der jungen Partei gewährt.

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Eines dementierte Oppitz-Plörer gestern vehement: Ihr Ziel sei es nie gewesen, via Vorwärts 2018 Landeshauptfrau zu werden. „Das war nie ein Thema oder Ziel, das ist kein Thema oder Ziel und wird verlässlich niemals Thema oder ein Ziel werden.“




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