Letztes Update am Do, 13.12.2012 07:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Überraschung auf der VP-Liste

Mit Barbara Schwaighofer wurde eine Newcomerin aus Niederndorf auf Platz zwei der VP-Bezirksliste gereiht. Die Städte schauten durch die Finger.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Es war, wie zu hören ist, haarscharf, dass Wörgls Vize-BM Evelin Treichl nicht auf den aussichtsreichen zweiten Platz der Bezirkskandidatenliste der Volkspartei für die Landtagswahl im April 2013 gereiht wurde. Eine Stimme soll den Ausschlag dafür gegeben haben, dass die erfahrene Politikerin Treichl der Newcomerin Barbara Schwaighofer aus Niederndorf vom Wirtschaftsbund den Platz überlassen musste. Sollte die VP im Bezirk nicht komplett abstürzen, dürfte Schwaighofer mit dem zuvor auf Bezirks­ebene gewählten Spitzenkandidaten BM Alois Margreiter aus Breitenbach in den Landtag einziehen. Immerhin hatte die VP 2008 1650 Stimmen mehr erreicht, als für das zweite Mandat notwendig waren. Die 43-Jährige entspricht auch dem Anspruch der VP, neue Namen in die Politik zu bringen. Die Unternehmerin ist erst seit der jüngsten Kommunalwahl im Niederndorfer Gemeinderat vertreten.

Noch eine Überraschung gab es auf der von der Landeskomission gereihten Liste: Eigentlich sollte für die Wirtschaft Kammerobmann Martin Hirner in den Wahlkampf ziehen. Er gab Schwaighofer den Weg frei, auch weil es dem Wunsch der Landes-VP entspricht, dass einem Mann an erster Stelle eine Frau folgt (oder umgekehrt).

Für Bezirks­obmann Hannes Bodner, der sich aus beruflichen Gründen aus der Landespolitik verabschiedet, ist die Liste äußerst attraktiv und „ein Angebot an die Frauen“. Denn Schwaighofer und Treichl folgt als dritte Frau Alexandra Sollerer nach. Danach wurden Otto Hauser, Michael Riedhart, Martin Hirner, Stefan Egerbacher, Alexandra Einwaller und BM Dieter Martinz gereiht.

Den Umstand, dass die großen beiden Städte im Bezirk nun nach vielen Jahren keinen Vertreter mehr im Landtag stellen werden (es sei denn, die Landesliste sorgt noch für eine Überraschung), sieht Bodner nicht als Nachteil. Anderer Meinung ist da Treichl in ihrer Funktion als Stadtparteiobfrau von Wörgl: „Ich muss das Ergebnis akzeptieren, aber dass weder Wörgl noch Kufstein einen Kandidaten an wählbarer Stelle hat, ist ein Nachteil. Ich hoffe, dass sich die Parteistrategen etwas dabei überlegt haben.“ Kufsteins Stadtparteiobmann und VP-Generalsekretär, Hannes Rauch, meint dazu, dass es „nicht um Kirchturmdenken, sondern um Persönlichkeiten“ ginge. Die Liste sei sehr gut und Kufstein werde durch seine Kontakte nicht zu kurz kommen.




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