Letztes Update am Mo, 29.04.2019 14:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Renaissancemusik im Netzwerk internationaler Beziehungen

Das Tiroler Ensemble rosarum flores beleuchtet am 29. Mai bei einem Konzert anlässlich des Maximilianjahres in der Hofkirche und dem Innenhof des Volkskunstmuseums das Netzwerk frühneuzeitlicher Musikbeziehungen.

Die Innsbrucker Hofkirche.

© Alexander HaidenDie Innsbrucker Hofkirche.



Kaiser Maximilian war ein Kosmopolit, der ein Großreich regierte. Seine glänzende Hofhaltung schloss auch die Hofkapelle mit ein, die mit internationalen Größen der Musikwelt besetzt war. Er orientierte sich dabei am Vorbild Burgunds, das die Habsburger durch Maximilians erste Ehe erworben hatten. Dieses Territorium war wirtschaftlich und kulturell ein Brennpunkt, die dynastischen Verflechtungen und der kulturelle Austausch allerdings erstreckten sich weit über ganz Europa. Das stilkundige, hochkarätig besetzte Tiroler Ensemble rosarum flores widmet sich bei einem Konzert in der Hofkirche und im Innenhof des Volkskunstmuseums dem Netzwerk frühneuzeitlicher Musikbeziehungen.

Konzertprogramm

Das Konzertprogramm umfasst Werke der führenden Komponisten auf Maximilians Hof, darunter Heinrich Isaac und Ludwig Senfl, sowie Musik internationaler Größen der europäischen Musikwelt um 1500 mit Bezug zu dem Kaiser, wie etwa Josquin Desprez und Pierre de la Rue. Hinzu kommen Kompositionen von Musikern, die heute kaum mehr bekannt sind. Die musikalische Reise auf den Spuren Maximilians führt von Burgund über Frankreich und Spanien nach Italien, selbstverständlich auch in die Residenzstadt Innsbruck und von dort aus nach Böhmen und Ungarn.

Die Besetzung des Ensembles beim Konzert "Global Player Maximilian".
Die Besetzung des Ensembles beim Konzert "Global Player Maximilian".
- TLM

Als Rarität wird unter anderem eine Komposition präsentiert, die Karl dem Kühnen, dem Vater von Maximilians erster Frau Maria, zugeschrieben wird. Natürlich spielt Maximilians kunstsinnige Tochter Margarethe in dem Projekt ebenso eine wichtige Rolle: Als Statthalterin der Niederlande war sie eine der bedeutendsten Musikmäzeninnen ihrer Zeit. Maximilians Hofkomponist Heinrich Isaac leistete diplomatische Dienste für den Kaiser und war auch für die Medici in Florenz tätig — Italien war für das Kulturleben auf dem Kaiserhof eine wesentliche Inspirationsquelle, auch die Ausdehnung der habsburgischen Machtsphäre in Richtung Spanien und seiner überseeischen Besitzungen blieb nicht ohne Folgen für die Musikkultur im Umfeld der maximilianischen Hofkapelle. Durch Maximilians zweite Frau, Bianca Maria Sforza, entstanden enge Beziehungen zu Mailand und dessen hochstehendem Musikleben, das die Sforza-Kaiserin prägte. In Innsbruck war Magister Nikolaus Leopold als Lateinschulmeister tätig: Sein Chorbuch, das sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek München befindet, ist eine wichtige Quelle für das geistliche Repertoire der kaiserlichen Hofkapelle.

Das Konzertprogramm erscheint in der Reihe musikmuseum der Tiroler Landesmuseen auf CD und ist ab dem Konzert erhältlich.

Der Kreuzgang des Volkskunstmuseums.
Der Kreuzgang des Volkskunstmuseums.
- Alexander Haiden

Weitere lnformationen

Wann: Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr
Wo: Hofkirche und Tiroler Volkskunstmuseum, Innenhof, Universitätsstraße 2, Innsbruck

Konzertbesetzung des Ensembles rosarum flores: Andrea Oberparleiter (Sopran), Sabine Lutzenberger (Alt), Bernd Oliver Fröhlich (Tenor), Martin Senfter (Bass), Ilse Strauss (Blockflöte / künstlerische Leitung), Matthijs Lunenburg (Zink / Blockflöte), Andrea Guttmann-Lunenburg (Blockflöte), Elizabeth Rumsey (Viola da Gamba), Reinhild Waldek (Renaissanceharfe / Blockflöte), Wolfgang Praxmarer (Renaissancelaute), Norbert Salvenmoser, Johannes Giesinger und Bernhard Rainer (Posaunen), Marian Polin (Clavicymbalum / Orgelpositiv)

Kartenvorverkauf: 19 € regulär, 16 € ermäßigt, 10 € für SchülerInnen und Studierende (unter 27 Jahre); Karten sind an der Kassa des Ferdinandeum erhältlich.
Das Konzert ist im Abonnement erhältlich.