Letztes Update am Mi, 02.10.2019 15:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
WERBUNG

Die Erfolgsgeschichte weiterschreiben

Traditionsunternehmen — das kann für Menschen, die nur Neues für Gutes halten, nach alt, angestaubt und unbeweglich klingen.

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Doch bevor sich jemand zu einem vorschnellen Urteil hinreißen lässt, sollte er kurz nachdenken. Alt? Nur weil es eine Firma schon lange gibt, heißt das noch lange nicht, dass sie von gestern ist. Angestaubt? Unsere Traditionsunternehmen sind gerade deswegen immer noch am Markt, weil sie ihre Produkte und Dienstleistungen laufend an die aktuellen Anforderungen anpassen. Traditionsunternehmen hören offenbar besonders gut zu, wenn es um die Wünsche der Kunden geht, und gehören zu den Innovativsten am Markt. Unbeweglich? Sicher nicht — denn Traditionsunternehmen sind derart flexibel, dass sie sämtliche Währungsumstellungen, Wirtschaftskrisen und technische Revolutionen zu ihrem Vorteil nutzen konnten, während so manch anderer Mitbewerber den frischen Wind am freien Markt nicht vertragen hat.

Christoph Walser, Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer.
Christoph Walser, Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer.
- Daniel Zangerl

Viele der Tiroler Traditionsunternehmen sind zugleich Familienunternehmen. Sie geben das unternehmerische Feuer von Generation zu Generation weiter und schaffen es regelmäßig, professionelle Betriebsübergaben über die Bühne zu bringen — sonst gäbe es sie schon längst nicht mehr. Damit verfügen sie über zwei Eigenschaften, die in der heutigen Welt alles andere als selbstverständlich sind: Traditionsunternehmen sorgen, erstens, für die in dieser schnelllebigen Zeit so wichtige Stabilität am Standort Tirol. Sie leben Beständigkeit auch nach innen und haben einen deutlich höheren Anteil an langjährigen Beschäftigten. Und sie praktizieren, zweitens, bereits seit Jahrzehnten Nachhaltigkeit, noch lange bevor dieser Begriff zum Modewort geworden ist. Tiroler Traditionsbetriebe sind mit ihrer Wertebasis der Motor regionaler Wirtschaftskreisläufe und stellen damit das Gegengewicht zu Globalisierung und Online-Plattformen dar. Diese Balance ist für die Stabilität eines Standortes sehr wichtig.

Eine große Rolle spielen in den nächsten Jahren die schon angesprochenen Übergaben. Die WK Tirol bereitet Nachfolger mit Workshops, Übergabesprechtagen, Beratungsförderungen und der Unterstützung ihrer Experten auf diese Herausforderung vor. Es ist jetzt die Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen dafür zu vereinfachen, damit es den Jungen nicht allzu schwer gemacht wird, in die Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten und die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.

Ihr Christoph Walser

Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer