Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.10.2017


Arbeitsmarkt

Studie: Löhne sollen kräftig anziehen

Laut Berater Kienbaum steigen 2018 Löhne und Gehälter im Schnitt um 2,8 %. Die Notenbank erwartet für kommendes Jahr 1,7 % Inflation.

(Symbolfoto)

© Keystone(Symbolfoto)



Wien – Für die 130.000 Beschäftigten in der metalltechnischen Industrie ist noch offen, um wie viel ihre Löhne und Gehälter steigen. Die Verhandlungen laufen, gestern kreuzten die Sozialpartner in der 2. Runde die Klingen.

Geht es nach der Beratungsgesellschaft Kienbaum, dürfen Beschäftigte und Geschäftsführer in Österreich 2018 generell mit einem deutlichen Lohnplus rechnen. Demnach werden im kommenden Jahr die Gehälter in Österreich im Schnitt um 2,8 % steigen – und damit geringfügig stärker als der europäische Durchschnitt. Dies geht aus einer Studie hervor, die Kienbaum in 36 Ländern durchgeführt hat. Das Gehalt von Fachkräften in Österreich soll im Schnitt um 3 % steigen. Vorstände und Geschäftsführer können dagegen mit einer Gehaltserhöhung von 2,4 % rechnen. Im westeuropäischen Durchschnitt erhöhen sich die Gehälter um 2,6 %. Kienbaum erwartet dabei eine Inflation von 1,3 bis 1,8 Prozent – das würde auch eine Steigerung der Reallöhne bedeuten.

Die Inflationserwartung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) fällt in diesen Rahmen. Konkret rechnet die OeNB für 2018 mit einer Inflation von 1,7 %, teilte die Nationalbank mit. Für das Gesamtjahr 2017 dagegen wird eine Jahresinflationsrate (nach europäischer Rechnung) von 2,0 Prozent erwartet.

Der Großteil des erwarteten Rückgangs der Inflation für 2018 geht auf die Energiepreise zurück, Rohöl etwa soll nicht teurer werden. Auch soll sich die Entwicklung bei manchen stark verteuerten Nahrungsmitteln normalisieren, meinen die Ökonomen. Die Sondereffekte bei Milchprodukten (Angebotsrückgang nach der Liberalisierung des Milchmarktes) sowie bei Ölen und Fetten (Palmöl wird durch höherwertige Öle ersetzt) sollten sich wieder zurückbilden und die Teuerung dämpfen. (TT)




Kommentieren


Schlagworte