Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.11.2017


Aktion 20.000

Stöger: „Mit Arbeitslosen spielt man nicht“

Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) warnt davor, die erfolgreich angelaufene Aktion 20.000 zu stoppen.

© bilderbox.comDie Aktion 20.000 soll Arbeitslosen über 50 wieder den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.



Wien, Innsbruck – Erstmals seit sechs Jahren verzeichnet Österreich einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Generation 50 plus. „Mithilfe der Aktion 20.000 konnte der Anstieg an Arbeitslosen in dieser Gruppe nun erstmals reduziert werden. Das ist ein großartiger Erfolg, auf dem wir uns aber nicht ausruhen dürfen“, betonte Sozialminister Alois Stöger am Donnerstag.

Unverständlich sind für Stöger Überlegungen der schwarz-blauen Koalitionsverhandler, die Aktion wieder einstellen zu wollen. So hatte die ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger erklärt, dass die Aktion 20.000 „nur eine von mehreren Maßnahmen“ sei, die man sich genauer ansehe. „Ein so erfolgreich gestartetes Projekt, das gesamtgesellschaftlich derart wertvoll ist, zurückzudrehen, wäre widersinnig und vollkommen verantwortungslos. Mit Arbeitslosen spielt man nicht“, so Stöger. Auch die Arbeiterkammer (AK) warnt davor, die Aktion 20.000 „abzudrehen“. „Es sind genau diese Gruppen, die es nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt am schwersten haben“, meint Rudi Kaske. Der AK-Präsident fordert zudem eine Ausweitung der Aktion auf Langzeitarbeitslose und Arbeitsuchende mit gesundheitlichen Problemen, unabhängig von ihrem Alter.

In Tirol ist die Aktion 20.000 in Innsbruck und Innsbruck-Land bereits angelaufen und soll mit Jänner 2018 auf ganz Tirol ausgeweitet werden. Laut AMS sind 64 Stellen besetzt worden (Stichtag 20. Oktober) und weitere 88 offene gemeldet. Arbeitgeber sind unter anderem die Gemeinden Rum, Thaur, Inzing sowie die Innsbrucker Sozialen Dienste und die Gemnova, der Trägerverein der Gemeinden. „Die Bandbreite der Jobs geht von Arbeit auf Bauhöfen, Flüchtlingsbetreuung, Jugendarbeit bis hin zu Arbeit in Finanzabteilungen“, erläutert Sieghard Holzner, Leiter für arbeitsmarktpolitische Programme im AMS Tirol. Und es würden, vorbehaltlich politischer Entscheidungen, die Vorbereitungen für die Ausweitung laufen, das Interesse der Bürgermeister sei groß, erläutert Holzner.

Die Aktion 20.000 soll österreichweit für 20.000 Arbeitslose, die älter als 50 Jahre und mehr als ein Jahr arbeitslos sind, neue Beschäftigungsmöglichkeiten in Gemeinden, gemeindenahen Bereichen und gemeinnützigen Organisationen schaffen. (TT, hu)