Letztes Update am Do, 02.11.2017 14:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt Österreich

Knapp 40 Prozent eines Jahrganges machen Lehrausbildung

Knapp 40 Prozent eines Jahrgangs entscheiden sich jährlich für eine Lehrausbildung, dieser Anteil ist seit 20 Jahren relativ stabil. Das Angebot in Tirol ist groß, pro Kandidat gibt es zwei offene Lehrstellen.

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Wien – 38 Prozent aller 15-Jährigen eines Jahrganges in Österreich beginnen eine Lehrausbildung. Dieser Anteil ist seit Mitte der 1990er-Jahre relativ stabil, geht aus einer aktuellen Auswertung des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. In den 1980er und frühen 1990er-Jahren betrug er noch um die 45 Prozent.

Von Jänner bis Oktober 2017 meldeten sich pro Monat im Schnitt knapp 5000 Lehrstellensuchende neu beim AMS. Nach Schulschluss steigt die Zahl der Lehrstellensuchenden traditionell an, im September erreicht sie ihren Jahreshöhepunkt. Die Zugangsspitzen offener Lehrstellen wurden in den vergangenen Jahren vor allem zu Jahresbeginn (Jänner und Februar) beobachtet.

Hierzulande haben die Lehrstellensuchenden nur einige wenige Berufe im Visier: Fast ein Drittel aller Lehrstellensuchenden wünschte sich im Jahresschnitt 2016 einen Ausbildungsplatz in einem von nur drei verschiedenen Lehrberufen: Einzelhandelskaufmann (16,4 Prozent), Bürokaufmann (7,5 Prozent) und Kfz-Techniker (7,3 Prozent). Rund vier von zehn Lehrstellensuchenden interessierten sich für fünf verschiedene Lehrberufe.

Viele offene Lehrstellen in der Gastronomie

Beim Lehrstellenangebot gibt es insgesamt noch weniger Auswahl: Rund 39 Prozent aller offenen Lehrstellen entfallen laut AMS auf die drei Lehrausbildungsberufe Restaurantfachmann (15,1 Prozent), Koch (13,5 Prozent) und Einzelhandelskaufmann (10,6 Prozent). 51 Prozent aller offenen Lehrstellen verteilt sich auf nur fünf verschiedene Lehrberufe.

Auffällig bei den offenen Stellen ist die Dominanz der Gastronomie – ihr sind vier der zehn Berufe mit den meisten offenen Lehrstellen zuzurechnen: Restaurantfachmann, Koch, Hotel- und Gastgewerbeassistent, Gastronomiefachmann. Rund 39% aller offenen Lehrstellen im Jahresdurchschnitt 2016 entfielen auf diese vier Berufe, aber nur 7% aller Lehrstellensuchenden interessierten sich dafür.

Zu wenig Lehrstellen in Wien, Niederösterreich, Burgenland und Kärnten

Besonders viele Lehrstellensuchende und vergleichsweise wenige offene Lehrstellen gibt es in Wien, in der nördlichen und östlichen Grenzregion Niederösterreichs, im Großteil des Burgenlandes und in weiten Teilen der Steiermark sowie im Süden Kärntens. Wien hatte im Jahresschnitt 2016 mit 6,43 eine fast viermal so hohe Lehrstellenandrangsziffer wie Gesamtösterreich (1,71), auch Niederösterreich (2,94), Burgenland (2,53) und Steiermark (2,29) sowie Kärnten (2,20) lag über dem Österreich-Durchschnitt.

Unterdurchschnittlich ist die Zahl in Vorarlberg (1,39) und Oberösterreich (0,80). In Tirol (0,48) und Salzburg (0,46) gibt es laut AMS sogar etwa zwei offene Lehrstellen pro lehrstellensuchender Person. (APA)