Letztes Update am Mo, 20.11.2017 11:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gehälter

Lohnschere: Österreich im EU-Vergleich weiter im Schlussfeld

Immer noch zählt Österreich zum hinteren Feld, was eine Angleichung des Lohns zwischen Männern und Frauen betrifft. Italien und Luxemburg machen vor, wie es besser ginge.

© APADie Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in Österreich weiter ein Problem.



Brüssel/Wien – Österreich holt auf, aber nur sehr langsam: Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern lag 2015 hierzulande bei 21,7 Prozent, wie die am Montag veröffentlichten Eurostat-Daten zeigen. Damit befindet sich die Alpenrepublik zwar nicht mehr auf dem vorletzten Platz, dennoch ist der Gender Pay Gap nur in Estland, Tschechien und Deutschland noch größer. Der EU-Durchschnitt betrug 16,3 Prozent.

Das Schlusslicht im Europavergleich ist nach wie vor Estland, wo sich der Unterschied auf 26,9 Prozent belief. Danach kommen Tschechien mit 22,5 Prozent und Deutschland mit 22,0 Prozent. Österreich konnte im Vergleich zu 2014 einen knappen Prozentpunkt gutmachen, ist aber nach wie vor weit entfernt von den Spitzenreitern in der EU.

Italiener und Luxemburger sind gerecht

Die größte Lohngerechtigkeit gibt es nämlich in Italien und Luxemburg mit jeweils nur 5,5 Prozent Unterschied. Auch in Rumänien (5,8 Prozent) und Belgien (6,8 Prozent) ist der Wert vergleichsweise niedrig.

In den jüngsten Eurostat-Daten zum Jahr 2015 sind auch Vergleichszahlen von anderen Jahren herangezogen worden. Die Zahlen von Kroatien, Malta und Irland stammen aus dem Jahr 2014. Vom krisengeschüttelten Griechenland wurden seit 2010 keine Daten mehr eingemeldet.

Gleichzeitig hat die EU-Kommission am Montag Umfrageergebnisse aus dem Eurobarometer veröffentlicht. Demnach finden 90 Prozent der Europäer es nicht akzeptabel, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Mehr als die Hälfte der Befragten fordern mehr Transparenz, was das Gehalt betrifft.

Die EU-Kommission will mit einem Aktionsplan gegen die Ungleichheit ankämpfen. Dieser sieht unter anderem die Förderung von Projekten für mehr Frauen in Führungsetagen vor. Konkrete Vorschläge sollen folgen. EU-Justizkommissarin Vera Jourova wird um 12.30 Uhr dazu Stellung nehmen. (APA)