Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.11.2017


TT-Berufsporträt

Vom Kleiden und Stylen der inneren Schönheit

Astrid Inzinger betrachtet Menschen als Ganzes. Als diplomierte Mode- und Styleberaterin findet sie für jede Proportion das Passende.

© inzingerAstrid Inzinger beim Kleiderschrank-Check mit einer Kundin. Foto: Emmerich Inznger



Hall – Astrid Inzinger verkauft keine Mode, sie coacht Menschen. Die diplomierte Mode- und Styleberaterin bietet beispielsweise Kleiderschrank-Checks an und Personal-Shopping, sie macht Farb- und Stilanalysen und typgerechte Styleberatungen. Als Hilfestellung bekommen ihre Kunden einen ausführlichen und schriftlichen Analysebogen mit nach Hause.

Was der Mode-Expertin wichtig ist: „Ich schau’ mir meine Kunden immer als Ganzes an. Ich muss Menschen kennen lernen, ihre Vorlieben wissen, und ihre Berufs- und Lebenssituation“, erzählt Inzinger. Wer berufstätig ist und Mutter von zwei Kindern, kann in den allermeisten Fällen nicht eineinhalb Stunden vor dem Spiegel stehen. „Da muss alles schnell gehen, aber trotzdem kann man top aussehen“, meint Inzinger. Und wer nur teure Markenprodukte trägt, muss deswegen noch lange nicht gut gekleidet sein. Denn oft würden Outfits in Farbton und Schnitt überhaupt nicht zur Figur der Trägerin passen. „Für Männer gilt übrigens das Gleiche“, berichtet Inzinger. Viele geben das Thema Mode und damit die Verantwortung für das eigene äußere Erscheinungsbild an ihre Frauen ab.

Als Mode- und Styleberater wählt Astrid Inzinger Schnitte, Stoffe und Muster aus, die zur jeweiligen Figur und dem Hautgrundton passen. Vermeintliche Problemzonen werden zur Nebensache, „weil ich auf die Vorzüge meiner Kunden und Kundinnen eingehe und diese ordentlich unterstreiche“, betont sie.

Ihre Kundschaft und Zielgruppe kommt aus allen Gesellschaftsschichten und ist zwischen 18 Jahre und 80 plus. Was Inzinger mit ihrer Dienstleistung möchte: „Ich möchte das Innere und das Äußere betonen. Genau dafür schlägt mein Herz.“

Als die Hallerin ihre Ausbildung zur diplomierten Mode- und Styleberaterin begonnen hat, war sie gerade einmal zwei Wochen in Pension. Sie wollte ihre Affinität in einen Beruf umwandeln. Vor knapp einem Jahr hat sie ihr Ein-Personen-Unternehmen gegründet. Zuvor war sie viele Jahre in der Röntgenabteilung im Krankenhaus Hall beschäftigt. „Ich habe Menschen immer schon als Ganzes wahrgenommen und sie nie nur auf irgendwelche Details reduziert.“ Ein Zugang, der immer schon der ihre war und auch jetzt als Mode- und Styleberaterin immens wichtig ist, neben Diskretion und einem wertschätzenden und vertrauensvollen Umgang.

Wenn Menschen sich in Sachen Mode beraten lassen wollen, sei dies oft eine sensible Angelegenheit, erzählt die Expertin. Inzinger zerpflückt niemanden, sondern versucht auf einfühlsame Art und Weise und mit geschultem Blick herauszufinden, welcher Schnitt, welches Muster und welche Farbe unterstreicht die Vorzüge der jeweiligen Figur. Für die Expertin hat Mode und gut gekleidet zu sein, nichts mit dem Körpergewicht zu tun. Ihr gehe es immer um die Frage, was passt zu den Proportionen und zum jeweiligen Farb- und Stiltyp.

Glücklich ist die Mode- und Styleberaterin, wenn Kunden durch ihre Arbeit selbstbewusster durchs Leben gehen, Freude an Mode entwickeln und erkennen, dass es Spaß macht, Verantwortung für ihr Äußeres zu übernehmen. (maba)

Voraussetzungen: Leidenschaft und großes Interesse für Mode, Einfühlungsvermögen, Diskretion, gute Kommunikationsfähigkeit und ein wertschätzender und respektvoller Umgang mit Menschen.

Ausbildung: Susanne Voggenberger von Fashionstylist.at in Mödling ist einer der Anbieter für die Ausbildung zum dipl. Mode- und Styleberater.




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