Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.01.2018


Schwaz

Schulklassen in Berufsmesse miteinbeziehen

© Stadtmarketing SchwazBeim Karriere Open Air 2016 in der Schwazer Altstadt war der Andrang groß. Zumindest was die Eltern künftiger Lehrlinge anging.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Händeringend suchen manche Betriebe im Bezirk nach Mitarbeitern oder Lehrlingen. Doch die scheinen in vielen Branchen derzeit Mangelware zu sein. Das Karriere Open Air in der Schwazer Innenstadt soll die Möglichkeit bieten, in verschiedenste Betriebe hineinzuschnuppern, Jugendliche für eine Lehre zu begeistern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Vor zwei Jahren fand das erste Karriere Open Air statt. Am 23. Juni ist es auch heuer wieder so weit. Die Vorbereitungen laufen laut WK-Bezirksstellenleiter Stefan Bletzacher auf Hochtouren. „Etwa 30 Betriebe haben sich schon fix angemeldet“, sagt er. Rund 70 Stände sollen für Tirols größte regionale Berufs- und Betriebsinformationsmesse gefüllt werden. Heuer soll das Open Air von der Franz-Josef-Straße in die Innsbrucker Straße verlängert werden. „Wir rechnen erneut mit etwa 3000 bis 3500 Leuten“, sagt Bletz­acher.

Nach der ersten Auflage des Karriere Open Air hagelte es jedoch Kritik. Es kamen zwar viele Eltern zur Infomesse, doch potenzielle Lehrlinge sah man kaum. Die Jugendlichen hatten an ihrem freien Samstag wohl andere Interessen, hieß es. Auch heuer findet das Karriere Open Air an einem Samstag statt. Doch die Kritik ist bei den Veranstaltern (AMS, WK, Stadtmarketing und Sparkasse Schwaz) angekommen. „Wir wollen nicht die Lehrlinge mit Bussen herbringen und dann durchschleusen“, stellt Bletzacher klar. Die Jugendlichen sollen kommen, weil sie Interesse haben.

„Wir bereiten daher Projekte mit Schulen im Bezirk vor“, verrät Bletzacher. Sie sollen sich multimedial einbringen und wenn Klassen geschlossen zum Open Air kommen, dann erwartet sie eine Überraschung. „Wir haben schon mit Lehrpersonen gesprochen, sie finden die Idee gut“, sagt Bletzacher. Für WK-Bezirksobfrau Martina Entner ist es dennoch wichtig, auch die Eltern anzusprechen. „Sie sind noch immer die Meinungsbildner. Am besten ist es, wenn die ganze Familie kommt und sich informiert“, sagt sie.




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