Letztes Update am Do, 01.02.2018 14:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Beschäftigung

Arbeitslosigkeit in Tirol sank im Jänner um 12,1 Prozent

Die Arbeitslosigkeit sinkt laut AMS Tirol weiterhin quer durch alle Bezirke und Altersgruppen. Beschäftigung und Stellenangebote steigen. Die SPÖ sieht den positiven Trend für ganz Österreich als Verdienst der alten Bundesregierung.

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Innsbruck, Wien – Die Arbeitslosenquote betrug im Jänner in Tirol 5,6 Prozent und liegt damit deutlich unter jener im Vorjahresmonat (6,4 Prozent). Mit einem Minus von 2773 auf insgesamt 20.230 vorgemerkten Personen ging die Arbeitslosigkeit um 12,1 Prozent zurück. Nur in der Steiermark (13,6 Prozent) war der Rückgang größer.

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten wurden am Donnerstag unüblicherweise vom SPÖ-Parlamentsklub veröffentlicht. Aus dem Sozialministerium hieß es, dass die offizielle Veröffentlichung auf Freitag verschoben werde, weil noch einige Details zu klären wären.

Tirols AMS-Chef Kern: „Herausforderung auf anderer Ebene“

„Der Tiroler Arbeitsmarkt entwickelte sich in den letzten zwei Jahren ausgesprochen positiv, dieser Trend setzt sich im neuen Jahr 2018 weiter fort“, kommentiert AMS-Tirol Chef Anton Kern die ersten Arbeitsmarktdaten 2018. „Damit entstehen natürlich Herausforderungen auf einer anderen Ebene, nämlich entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte bereitstellen zu können.“ Die Arbeitslosigkeit ging quer durch alle Bezirke und Altersgruppen zurück.

Zahl der Schulungsteilnehmer stieg deutlich

Österreichweit ging die Zahl der Arbeitssuchenden um 10,2 Prozent auf 379.209 Personen zurück; gleichzeitig stieg die Zahl der Schulungsteilnehmer um 7,1 Prozent auf 76.651 Personen. Während um 4,8 Prozent weniger Frauen ohne Job waren, waren es bei den Männern um 9,5 Prozent weniger.

Ende Jänner waren um 10 Prozent weniger Inländer und um 2,5 Prozent weniger Ausländer in Beschäftigung. Rückgänge wurden in allen Altersgruppen verzeichnet und - mit Ausnahme von Akademikern (plus 0,2 Prozent) - auch in allen Bildungsschichten.

Bau, Industrie, Handel und Gastronomie stark

Auf Branchenebene profitierten der Bau und die Warenherstellung am kräftigsten vom Konjunkturaufschwung, mit Rückgängen von 14,2 bzw. 14,0 Prozent. Im Handel waren um 9,2 Prozent weniger Personen ohne Job, in der Gastronomie um 9,1 Prozent weniger.

Bei den gemeldeten offenen Stellen sticht ein Zuwachs von 27,1 Prozent bzw. 938 offener sofort verfügbarer Lehrstellen hervor, während die Zahl der Lehrstellensuchenden um 2,5 Prozent auf 5.846 zurückging. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen um 30,9 Prozent auf 59.103.

Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit blieb mit 120 Tagen unverändert, die durchschnittliche Vormerkdauer stieg um 11 auf 186 Tage. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 12 Monate) verringerte sich um 7,7 Prozent auf 55.739.

SPÖ warnt Regierung vor Zurücklehnen

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch, der heute entgegen den bisherigen Usancen die aktuellen AMS-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht hat, sieht in den positiven Zahlen „eine eindrucksvolle Bestätigung des arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Kurses der alten Regierung“.

AMS-Vorstand Johannes Kopf bat dagegen via Twitter um Verständnis, dass er sich an die Vereinbarung mit dem Sozialministerium halten und vorerst keinen Kommentar abgeben werde. „Gebe öffentlichen Kommentar zu den erfreulichen Ende Jänner Arbeitsmarktzahlen erst nach offizieller Veröffentlichung durch das Sozialministerium ab“, twitterte Kopf am Donnerstag.

Muchitsch warnte in einer Aussendung die neue Regierung davor, sich jetzt zurückzulehnen und auf den Lorbeeren der Arbeit der Vorgänger auszuruhen. „Denn nach wie vor gibt es für Ältere am Arbeitsmarkt große Probleme, insbesondere wer über 50 ist und schon länger als ein Jahr arbeitslos, bekommt am Arbeitsmarkt fast keine Chance mehr“, so Muchitsch. (TT.com, APA)

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