Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.02.2018


Arbeitsmarkt

AMS: Bestes Ergebnis seit 20 Jahren

Auch im Bezirk ist die Arbeitslosigkeit weiter gefallen. Viele Fachkräfte für den Tourismus kommen aus Kroatien.

© ReichleAMS-Chef Günther Stürz (M.), Andreas Kopp (r.) und Gerhard Kubin (l.) analysierten die Arbeitslosenquote des letzten Jahres.Foto: Reichle



Von Matthias Reichle

Landeck – „Wir hatten die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren.“ Der Chef des AMS Landeck, Günther Stürz, ist mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt zufrieden. 2017 lag die Arbeitslosenquote über das Jahr gerechnet bei 8,6 Prozent (2016: 9,5 Prozent). Das ist nur leicht höher als der Österreich-Schnitt (8,5 Prozent). Tirolweit waren 5,8 Prozent Arbeitslose gemeldet. „Da merkt man die gute Entwicklung der Indus­trie im Unterland“, analysiert Stürz die Zahlen.

Erstmals konnten im Vorjahr mehr als 20.000 Beschäftigte verzeichnet werden. Im Jahresschnitt waren 400 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet. „Zwischen 2008 und 2016 ist die Arbeitslosigkeit von 9,2 auf 10,5 Prozent gestiegen. Jetzt haben wir wieder einen Trend nach unten.“ Mit ein Grund sind die großen Baustellen im Bezirk: wie das Gemeinschaftskraftwerk Inn, der Perjentunnel oder das Krankenhaus Zams, so Stürz.

Nichts ändert das an den saisonalen Ausreißern nach oben und nach unten. „Solange der Tourismus wächst, solange steigen auch die saisonalen Spitzen, erklärt der AMS-Chef. Den Tiefststand bei den Arbeitslosen (872 Personen) verzeichnete er im August 2017 mit einer Quote von vier Prozent. Der Mai war der Monat mit den meisten Arbeitslosen – in ganzen Zahlen 3599 –, was einer Quote von über 18 Prozent entspricht.

Mit 53 Tagen hat der Bezirk aber gemeinsam mit Imst und Reutte auch eine der kürzesten Vormerkdauern Tirols.

Ebenfalls stark zurückgegangen ist die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen (-16,3 Prozent) und den Ausländern (-13,8 Prozent). Heimische Facharbeiter werden händeringend gesucht. Was allein aus den Lehrlingszahlen abzulesen ist. „Vor über zehn Jahren wurden im Bezirk 1000 Lehrlinge ausgebildet, jetzt sind es 750“, so Stürz.

Die Suche nach Facharbeitern im Tourismus war laut Stürz „gerade in Landeck kein großes Problem“. Grund sei, dass es gelungen ist, Köche und Kellner überregional zu vermitteln – zum Beispiel mit Jobmessen in St. Pölten. Aber auch in Kroatien konnte man Arbeiter anwerben. „Es gibt punktuell Probleme.“ In Mathon sei es zum Beispiel schwieriger, jemanden zu finden, als in Ischgl.

2017 wurden vom AMS Land­eck insgesamt 12.171 Anträge behandelt und 23,185.079,35 Euro an Leistungen ausgezahlt. 19 Mio. davon in Form von Arbeitslosengeld.