Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.03.2018


Arbeitsmarkt

Mindestlohn in Europa hoch

Experten sehen die Mindestlöhne im Vergleich zum mittleren Lohnniveau aber nach wie vor als niedrig an.

© iStockphotoBei einem europaweiten Vergleich ist der Mindestlohn hoch, allerdings bei einem niedrigen Lohnniveau, errechnet die Arbeiterkammer.Foto: iStock



Wien – Die Sozialpartner haben schrittweise einen flächendeckenden Mindestlohn von 1500 Euro brutto vereinbart. Das sind laut Arbeiterkammer 10,09 Euro brutto pro Stunde (bei 14 Monatsgehältern). Im Europavergleich ist das im oberen Bereich, zeigt ein Vergleich mit den gesetzlichen Mindestlöhnen in 22 EU-Staaten.

In Deutschland ist er mit 8,84 Euro pro Stunde verhältnismäßig niedrig, in Luxemburg mit 11,55 Euro pro Stunde am höchsten. In den westeuropäischen Ländern mit Mindestlohn betragen die niedrigsten erlaubten Brutto-Stundenlöhne mit Ausnahme von Großbritannien und Deutschland mehr als 9,40 Euro. In Belgien müssen mindestens 9,47 Euro gezahlt werden, in Irland 9,55 Euro, in den Niederlanden 9,68 Euro und in Frankreich 9,88 Euro. Der Mindestlohn in Großbritannien liegt in Euro umgerechnet mit 8,56 Euro unter dem Durchschnitt, wäre ohne die starke Abwertung des Britischen Pfunds aber deutlich höher: Auf Basis des durchschnittlichen Wechselkurses 2015 betrüge er 10,33 Euro.

Laut einem AK-Experten ist im Vergleich zu Deutschland zu berücksichtigen, dass das österreichische Verbraucherpreisniveau um rund 5 Prozent höher liegt. Die Mindestlöhne in den 22 EU-Staaten, die über eine gesetzliche Lohn­untergrenze verfügen, sind zuletzt im Mittel kräftig angehoben worden – nominal um 4,4 Prozent und real im Mittel um 2,8 Prozent, rechnete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung vor. (APA)