Letztes Update am Do, 01.03.2018 11:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Februar-Arbeitslosigkeit

Weniger Arbeitslose, aber Kälte wirkt sich auf Baubranche aus

Die Arbeitslosigkeit sank im Februar um 6,6 Prozent, in der Baubranche war der Rückgang wegen der Eiseskälte am geringsten. Ausländer sowie ältere und behinderte Menschen bleiben am Arbeitsmarkt weiter benachteiligt.

© APA/HERBERT NEUBAUERSymbolfoto.



Wien – Die sibirische Kälte lässt auch den Arbeitsmarkt nicht unberührt. „Einer der kältesten Februare der letzten Jahrzehnte folgte auf einen der wärmsten Jänner der Messgeschichte. Diese meteorologische Besonderheit zeigt sich am Bauarbeitsmarkt deutlich“, sagte AMS-Chef Johannes Kopf.

Während die Bauarbeitslosigkeit Ende Jänner um mehr als 11.000 Personen bzw. 14 Prozent sank, betrug der Rückgang Ende Februar nur 2.039 bzw. rund 3 Prozent. Auch Ferientermine zeigen sich am Arbeitsmarkt: So ist laut Kopf damit zu rechnen, dass Ende März, bedingt durch die heuer früheren Osterferien, vor allem die Tourismusarbeitslosigkeit stark sinken wird.

Deutliche Besserung bei Jugendlichen

Auf die Arbeitslosenstatistik insgesamt hat sich die gute Konjunkturlage in Österreich erneut „sehr erfreulich“ ausgewirkt, so Kopf. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Februar 444.426 Personen auf Arbeitssuche, um 6,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Von der Erholung am Arbeitsmarkt profitierten Männer (-6,9 Prozent) etwas mehr als Frauen (-6,1 Prozent).

Besonders deutlich war der Rückgang bei Jugendlichen, wo sich die Arbeitslosigkeit um 7,6 Prozent verringerte. Doch auch bei Personen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren sank die Zahl der Arbeitslosen um 7,3 Prozent. Bei den Langzeitbeschäftigungslosen gab es einen deutlichen Rückgang um 12,3 Prozent.

Benachteiligter waren einmal mehr ältere Personen, wenngleich es auch hier einen Rückgang um 4,3 Prozent gab. Deutlich schwieriger, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, hatten es Ausländer. Während die Zahl der Arbeitslosen bei Inländern im Jahresvergleich um 9,3 Prozent zurückging, verringerte sie sich bei Ausländern nur um 0,4 Prozent. Auch bei Personen mit Behinderung ging die Arbeitslosenzahl lediglich um 2,5 Prozent zurück.

Tirol mit stärkstem Rückgang

Im Bundesländervergleich zeigt sich ein Ost-West-Gefälle: Während sich die Zahl der Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmern in Tirol um 12,3 Prozent verringerte, war der Rückgang in Wien mit 3,2 Prozent am geringsten.

Nach Branchen betrachtet kam es im Februar überall zu rückläufigen Arbeitslosenzahlen, wenngleich mit unterschiedlichen Ausprägungen. Am höchsten war dieser im Bereich „Herstellung von Waren“ (-14,8 Prozent), in der Gastronomie (-11,2 Prozent), im Handel (-11,1 Prozent) und im Gesundheits- und Sozialwesen (-10,5 Prozent), am geringsten am Bau (-3,1 Prozent) sowie im Bereich Verkehr (-7,7 Prozent).

Mehr als 62.000 offene Stellen

An der Entwicklung der offenen Stellen zeige sich, dass der Aufwärtstrend in der österreichischen Wirtschaft anhalte, so Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) am Donnerstag laut einer Aussendung. Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze lag Ende Februar mit 62.867 um 27 Prozent über dem Vorjahreswert.

Am Lehrstellenmarkt gibt es nach wie vor mehr Lehrstellensuchende (5.047) als sofort verfügbare offene Stellen (4.947). Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht in Tirol und Salzburg, hier vor allem durch die Nachfrage in Tourismusberufen, aber auch in Oberösterreich. Deutlich mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen gibt es in Wien.

„Ein Blick auf die Detailzahlen bestätigt, dass vor allem Personen mit geringer formaler Ausbildung - über alle Alterskategorien hinweg - auch in Zukunft Schwierigkeiten haben werden, am primären Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen“, so Ministerin Hartinger-Klein. Zwar haben sich die Arbeitslosenzahlen bei Personen mit Lehrausbildung (-9,4 Prozent auf 140.410 ) bzw. maximal Pflichtschulausbildung (-6,2 Prozent auf 206.735) stark reduziert, in absoluten Zahlen sind hier aber deutlich mehr Menschen arbeitslos als bei Personen mit akademischer Ausbildung (-0,2 Prozent auf 29.425). (APA)

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