Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.03.2018


Bezirk Kitzbühel

Weniger Arbeitslose dank voller Betten im Februar

Die Wintersaison ist nach wie vor am Arbeitsmarkt zu spüren. Aber auch der Mangel an Pflegekräften beschäftigt das AMS Kitzbühel.

© iStockDie Abschaffung des Pflegregresses für die stationäre Pflege führt nicht nur zu Mehrkosten, sondern auch zu einem rechtlichen Chaos.



Kitzbühel – Die Arbeitsmarktdaten entwickeln sich weiterhin sehr positiv. Die Zahl der Arbeitslosen ist auch im Februar gesunken. „Neben der allgemein guten Wirtschaftslage wirken sich derzeit auch die guten Rahmenbedingungen für den Tourismus (ausgezeichnete Schneelage und bessere Ferienregelungen) und eine gute Auftragslage im Bau- und Baunebengewerbe positiv aus“, berichtet Manfred Dag, der Leiter des AMS Kitzbühel.

Ende Februar waren 1259 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet, um 117 (bzw. um 8,5 %) weniger als im Vorjahr. Die Wintermonate sind in der Region durch die Saisonarbeitslosigkeit von Bau- und Baunebengewerbe geprägt. Die meisten Arbeitslosen kamen Ende Februar mit 608 Arbeitslosen aus dem Bau- und Baunebengewerbe (um 40 bzw. 6,2 % weniger als im Vorjahr), gefolgt vom Handel mit 128 Vorgemerkten. Es waren 956 Männer und 303 Frauen arbeitslos. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war bei den Männern mit einem Minus von 107 Arbeitslosen bzw. 10,1% stärker als bei den Frauen mit einem Minus von zehn bzw. 3,2%.

„Die Arbeitskräftenachfrage ist weiterhin sehr hoch und liegt deutlich über den Vorjahren“, sagt Dag. So waren Ende Februar 642 Stellenangebote mit einem sofortigen Arbeitsbeginn beim AMS gemeldet, um 139 mehr als im Vorjahr. Es werden in allen Branchen mehr Arbeitskräfte gesucht. In vielen Bereichen fehlen jedoch Arbeitskräfte mit der geforderten Ausbildung.

Das AMS will mit gezielter Ausbildung dem Mangel von Fachkräften entgegenwirken. „Mit Arbeitsstiftungen werden Arbeitslose gezielt für den konkreten Bedarf von Unternehmen ausgebildet. Demnächst starten zwei Ausbildungen“, erklärt dazu der AMS-Leiter.

Ein weiterer Schwerpunkt des AMS Kitzbühel sind die Heimhilfen. In Kooperation mit mehreren Pflegeeinrichtungen aus dem Unterland werden Heimhelferinnen ausgebildet. Die Ausbildung wird für Arbeitslose vom Land Tirol, AMS und dem Ausbildungsbetrieb finanziert. Heimhelferinnen unterstützen betreuungsbedürftige Personen bei der Haushaltsführung, der Hilfe zur Selbsthilfe und bei Aktivitäten des täglichen Lebens. Einsatzorte sind v. a. die Hauskrankenpflege, mobile Dienste sowie Alten- und Pflegeheime.

Die Ausbildung erfolgt an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Kufstein und dauert von 9. 4. bis 10. 7. Die erforderlichen Praxiszeiten erwirbt man sich bei den teilenehmenden Pflegeeinrichtungen. (TT, aha)