Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.03.2018


Osttirol

Dem Maschinenring Osttirol gehen die Leiharbeiter aus

Die gute Beschäftigungslage macht sich bemerkbar: Das Personalleasing des Maschinenrings Osttirol tut sich schwer, geeignete Leute zu finden.

© MaschinenringDie Baubranche greift gerne auf das Personalleasing des Maschinenrings zurück. Doch dort fehlt es immer öfter an geeigneten Kräften.Foto: Maschinenring



Von Catharina Oblasser

Lienz – Seit 20 Jahren ist der Maschinenring Osttirol auch Personalvermittler. Das Personalleasing ist neben den Sparten Agrar und Dienstleistungen das dritte Standbein, und mittlerweile sorgt es für etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes. Doch nun beginnt die Vermittlung von Leiharbeitern zu schwächeln. 2017 sank der Umsatz in diesem Bereich auf 4,2 Millionen Euro, das sind um rund elf Prozent weniger als im Jahr davor.

Grund dafür ist die Schwierigkeit, Leiharbeiter zu finden, berichten Hans Gumpitsch, Martin Mayerl und Klemens Kreuzer vom Maschinenring. Die drei führen das auf den wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre zurück. „Es ist schwierig, neue Mitarbeiter für das Personalleasing zu gewinnen. Der Bezirk ist sozusagen abgegrast“, drückt es Gumpitsch aus. Daran ändere auch die immer noch hohe Arbeitslosenquote von 8,9 Prozent in Osttirol nichts. Schließlich müssten die Leiharbeiter bestimmte Qualifikationen aufweisen. „Der heimische Arbeitsmarkt hat sich eindeutig erholt“, meint Kreuzer. „Und das spüren wir.“ Die Herausforderung der nächsten Jahre werde die Suche nach geeigneten Leiharbeitern sein.

Ein zweiter Effekt der guten Wirtschaftslage: Immer öfter würden Firmen die Leasingarbeiter fix in ihr Stammpersonal aufnehmen. Erst kürzlich habe der Maschinenring 80 Kräfte an ein großes heimischen Unternehmen verliehen, 60 davon wurden behalten. „Das sehen wir aber auch positiv“, meint Gumpitsch. „Immerhin sind so 60 Osttiroler zu einem fixen Dauerjob gekommen.“

2017 waren insgesamt 220 Personen beim Personal­leasing angestellt, davon rund 15 Prozent Frauen. Oft handelt es sich um Landwirte, die neben dem Hof eine zusätzliche Einnahmequelle brauchen. „Wir beschäftigen aber auch Nicht-Landwirte, vom Hilfsarbeiter bis zum Polier ist alles dabei“, führt Kreuzer aus. Die Arbeitszeiten reichen von fünf bis 40 Wochenstunden.

Eingesetzt werden die Maschinenring-Leiharbeiter auf Baustellen ebenso wie in Betrieben verschiedener Größe, meist um Arbeitsspitzen abzudecken.