Letztes Update am Mi, 04.04.2018 06:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt in Tirol boomt

In Tirol ging die Zahl der Arbeitslosen um knapp ein Viertel zurück. Keine Entspannung bei den Plus-50-Jährigen und Langzeitarbeitslosen.

© TT/Thomas BoehmDas Tiroler Arbeitsmarktservice fährt die Förderungen für den zweiten Arbeitsmarkt um 20 Prozent zurück. Kündigungen drohen.



Wien, Innsbruck – Die Arbeitslosigkeit in Österreich geht weiter zurück. Den stärksten Rückgang gab es dabei in Tirol. Bei einem Stand von 341.000 unselbstständig Beschäftigten – das ist ein Plus von 9000 im Vorjahresvergleich – sank die Arbeitslosenquote von 5,9 auf 4,3 Prozent. Insgesamt waren im März (inklusive Schulungsteilnehmer) 17.737 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Das ist ein Rückgang um fast ein Viertel (23,7 Prozent).

„Der an sich seit Monaten positive Trend am Tiroler Arbeitsmarkt wurde dieses Mal durch den besonders günstigen Ostertermin sowie eine gute Schnee- und Buchungslage noch einmal zusätzlich angeschoben“, betonte die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, Sabine Platzer-Werlberger. Letztlich hätten aber alle Wirtschaftsbereiche, Regionen und Altersgruppen zu dem erneuten Erfolg beigetragen.

In Österreich waren – inklusive Schulungsteilnehmer – im März 398.503 Personen auf Jobsuche, das ist ein Rückgang im Jahresvergleich von 7,5 Prozent. Neben der guten Konjunktur sorgten auch die frühen Osterferien für eine Entlastung am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich über alle Branchen um 2,7 Prozent auf 3,7 Mio. Personen. Schwierig bleibt der Arbeitsmarkt aber weiter für Ausländer. 97.810 waren im März arbeitslos gemeldet. Problematisch ist auch die Lage bei der Generation 50plus. Mit 101.579 Arbeitslosen stellte sie fast jeden dritten Jobsuchenden, der nicht in Schulung war. Entspannung gibt es auch für die Langzeitarbeitslosen nicht.

Zwar war deren Zahl im Jahresvergleich um 10,7 Prozent rückläufig, trotzdem sind nach wie vor über 53.000 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos. Gut schaut es hingegen für Lehrlinge aus. Die Zahl der offenen und sofort verfügbaren Lehrstellen legte um 18,6 Prozent auf 5049 zu. Ihnen stehen 5117 Lehrstellensuchende gegenüber, womit die Lehrstellenlücke fast geschlossen wurde.

Politik und Interessenvertreter haben sich gestern bei der Präsentation der Daten zur Arbeitslosigkeit im März in erster Linie zufrieden mit den rückläufigen Zahlen gezeigt. Gleichzeitig orten sie aber, je nach ideologischer Stoßrichtung, noch einigen Handlungsbedarf.

Unter anderem betonten Industrie, Wirtschaftskammer und NEOS einträchtig, dass die Zumutbarkeitsbestimmungen verschärft werden müssten. Zudem versucht die Wirtschaftskammer (WKÖ) dem Arbeitsmarktservice (AMS), dessen Führung derzeit massiver Kritik von Seiten der Regierung ausgesetzt ist, den Rücken zu stärken. So verwies WKÖ-Arbeitsmarktexperte Martin Gleitsmann gestern auf die bisher geleistete „gute Arbeit“ durch das Management des AMS.

Und auch die SPÖ ritt zur Unterstützung des AMS-Managements aus. Sie sprach davon, dass sich die Regierung einen „sinnlosen Kleinkrieg mit den AMS-Vorständen“ liefere, der in einer Umfärbung enden solle. Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske wandte sich gegen geplante Kürzungen bei den Mitteln des AMS. „Wer sparen will, muss dem AMS mehr Personal geben.“ (APA, TT)

-