Letztes Update am Do, 12.04.2018 15:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Öffentlicher Dienst

Warnstreiks in Deutschland legen Nahverkehr in vielen Städten lahm

Besonders stark betroffen waren am Donnerstag früh Niedersachsen und der Großraum Stuttgart.

© dpaSymbolfoto.



Berlin – Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Deutschland haben erneut den Nahverkehr in mehreren Großstädten lahmgelegt. Besonders stark betroffen waren Donnerstag früh Niedersachsen und der Großraum Stuttgart.

Am dritten Warnstreiktag hintereinander bleiben zudem in vielen Kommunen Kindergärten (Kindertagesstätten bzw. Kitas) und Stadtverwaltungen geschlossen. Mancherorts arbeiten Müllentsorger und Stadtreiniger nicht. Auch in Krankenhäusern waren Einschränkungen des Betriebs angekündigt. Deutschlandweit legen Zehntausende Beschäftigte des Bundes und der Gemeinden ihre Arbeit nieder.

In Stuttgart stehen seit Betriebsbeginn die Bahnen und Busse der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) still. Nur die S-Bahn fährt. Auch die meisten Kitas, mehrere Hallenbäder und städtische Behörden sollten am Donnerstag geschlossen bleiben. In den Krankenhäusern waren Einschränkungen des Betriebs angekündigt.

Stillstand trotz Abiturprüfungen

In Hannover, Braunschweig und Wolfsburg bleiben Busse und Bahnen den ganzen Tag lang stehen – obwohl Schüler gerade Abiturprüfungen schreiben müssen. In diesen drei Städten sowie in Peine, Salzgitter und Einbeck sind auch die meisten Kitas geschlossen. Am Mittag (11.30 Uhr) erwartet ver.di rund 8000 streikende Angestellte zu einer Kundgebung in Hannover – Hauptredner soll dort ver.di-Chef Frank Bsirske sein.

Am Nord-Ostsee-Kanal ist seit dem Morgen die Schleuse in Brunsbüttel geschlossen. Das bestätigte die Verkehrszentrale der Deutschen Presse-Agentur. Der Kanal ist eine Wasserstraße des Bundes. Im Laufe des Tages wollten in Schleswig-Holstein auch Beschäftigte von Kitas, Stadtverwaltungen, Bauhöfen, Stadtwerken und anderen Einrichtungen dem Aufruf der Gewerkschaften zum Warnstreik folgen.

Die anhaltenden Warnstreiks zielen auf die voraussichtlich abschließende Tarifrunde für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Sie beginnt an diesem Sonntag in Potsdam und soll bis voraussichtlich Dienstag dauern. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn. Aus Sicht der Arbeitgeber sind die Forderungen zu hoch. (APA/dpa)