Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.04.2018


Bezirk Schwaz

HTL Jenbach: In sechs Semestern zum Experten für Energietechnik

Die Jenbacher HTL bietet ab Herbst ein Kolleg für Berufstätige aus drei Bundesländern im Bereich Gebäude- und Energietechnik an.

© ZwicknaglSpartenobmann Franz Jirka, Anton Pletzer vom HTL-Kuratorium, HTL-Direktor Markus Hörhager, LR Beate Palfrader, LSI Anton Lendl und der künftige Kolleg-Lehrgangsleiter Christian Sausmikat (von links).Foto: Zwicknagl



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Rund 100 Mädchen und Burschen werden derzeit an der Jenbacher HTL im Bereich Gebäude- und Energietechnik ausgebildet, davon treten 18 heuer zur Matura an. „Gerade in dieser Sparte ist aber die Nachfrage in der Wirtschaft enorm“, betonte Direktor Markus Hörhager gestern bei einer Pressekonferenz, in der das erste Kolleg für Gebäude- und Energietechnik für Westösterreich vorgestellt wurde. „Wir starten damit im Herbst. Derzeit haben wir schon zwölf Anmeldungen“, freut sich Lehrgangsleiter Christian Sausmikat. Anmeldeschluss ist am 30. Juni. Derartige Einrichtungen gibt es bereits in Pinkafeld im Burgenland und in Mödling in Niederösterreich.

„Das neue Kolleg ist eine berufsbegleitende, sechs Semester umfassende Ausbildung, die sich vor allem an Interessenten aus der Berufspraxis, aber auch an Schulabsolventen mit Matura richtet“, zeigte Anton Lendl als Landesschul­inspektor für das technisch-gewerbliche Schulwesen auf. „Weil sich die Wirtschaft ständig verändert, muss sich auch die Schule weiterentwickeln“, setzte Beate Palfrader als amtsführende Präsidentin des Landesschulrates nach.

Zielgruppen seien Maturanten, Personen mit einschlägiger Ausbildung in Installations- und Gebäudetechnik, Heizungs-, Gas- und Sanitärtechnik, Kälteanlagentechnik sowie technische Zeichner und Bautechniker. Die Unterrichtseinheiten mit Lehreinheiten von je 45 Minuten werden jeweils von Freitag 13 Uhr bis Samstag 18 Uhr angeboten. Und das an 16 Wochenenden pro Semester. „Dazu kommen noch ein Viertel Online- bzw. Hausarbeiten, um fehlende Stunden auszugleichen“, sagt Christian Sausmikat. Das Angebot richtet sich an Interessenten in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Der Abschluss ist dann der HTL-Tagesschule ebenbürtig. Drei Jahre nach der Absolvierung des Kollegs könne der Ingenieurtitel beantragt werden.

„70 Prozent des Energieaufwandes bei einem Gebäude gehen auf Kosten von Wärme und Wasser“, unterstreicht Anton Pletzer als Kuratoriumspräsident der HTL Jenbach. Die Schule sei für diese neue Aufgabe gut aufgestellt. „Wir suchen verzweifelt nach Fachkräften“, unterstreicht Franz Jirka, der Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk. Von den rund 10.700 Lehrlingen in Tirol entfallen derzeit 5293 auf Handwerk und Gewerbe.

Derzeit zählt Jenbachs HTL 430 Schüler und 22 Schülerinnen. Die Bereiche sind Maschinenbau, Gebäudetechnik und Wirtschaftsingenieur-Maschinenbau. „Wir werden der Wirtschaft heuer 80 Absolventen stellen. Ein Betrieb würde auf Anhieb alle Absolventen eines Jahrganges nehmen“, sagt Direktor Hörhager und weiß, dass in den nächsten Jahren in Österreich mehr als 70.000 Leute für „Green Jobs“ im Bereich Energietechnik gesucht werden.