Letztes Update am Sa, 02.06.2018 07:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Arbeitsmarkt weiter stark im Aufwind

Die Arbeitslosenquote in Tirol betrug im Mai 5,5 Prozent. Erstmals seit 17 Jahren wurde die Lehrstellenlücke österreichweit geschlossen.

© TT/Thomas BöhmSymbolfoto.



Innsbruck – Alle Eckdaten des Tiroler Arbeitsmarkts zeigen weiterhin eine positive Tendenz. Das Arbeitsmarktservice (AMS) Tirol sieht ein stabiles Beschäftigungswachstum und einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in allen Bezirken und Altersgruppen. Bei 329.000 unselbstständig Beschäftigten, einem Plus von 10.000 Personen im Vorjahresvergleich, und 19.103 vorgemerkten Arbeitslosen betrug zum Stichtag 31.5.2018 die Arbeitslosenquote in Tirol 5,5 Prozent (Mai 2017: 6,7 Prozent). Zudem befanden sich 2251 Personen in Schulung.

„Besonders erfreulich ist der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit seit Monaten, der mittlerweile auch die so genannte Sockelarbeitslosigkeit schmelzen lässt“, erklärt Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, in einer Aussendung am Freitag. So kam es bei den 1296 länger als ein Jahr vorgemerkten Arbeitslosen zu einem Rückgang um 491 Personen oder minus 27,5 Prozent, ebenso ging bei der Zahl der sechs Monate und länger Vorgemerkten die Zahl um 31,1 Prozent auf 2675 zurück.

Im Mai ging die Arbeitslosigkeit in Tirol im Vorjahresvergleich um 16,5 Prozent zurück.
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Auch österreichweit ist die Zahl der Arbeitssuchenden weiter rückläufig. 359.561 Personen waren im Mai ohne Job oder in Schulung, das ist im Jahresvergleich ein Minus von 8,9 Prozent. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg um 2,6 Prozent auf 3,744.000. Dabei ging mit minus 10,4 Prozent die Arbeitslosigkeit bei Männern stärker zurück als bei Frauen (minus 7,1 Prozent). Bei Inländern wurde ein Minus von 11,7 Prozent registriert, während es bei Ausländern ein Minus von 5,9 Prozent gab.

Erstmals seit 17 Jahren wurde auch die Lehrstellenlücke geschlossen. So wurden im Mai dem AMS 17.798 offene Lehrstellen gemeldet, demgegenüber standen 9920 Lehrstellensuchende. Wobei allerdings über 12.000 der offenen Lehrplätze nicht sofort verfügbar waren, bei den Suchenden hält sich die Zahl der sofort Verfügbaren und jener, die das nicht sind, die Waage.

Verbessert hat sich auch die Arbeitsmarktsituation für Langzeitarbeitslose. Deren Zahl sank im Mai im Jahresvergleich um 13,3 Prozent auf immerhin noch 51.165 Personen. Weiterhin positiv entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Jugendliche, wo ein Minus bei den Arbeitslosen von 16,7 Prozent vom AMS gemeldet wird. Nicht ganz so dynamisch läuft es bei Personen über 50 Jahre, die entweder keinen Job haben oder in Ausbildung sind. Trotz Hochkonjunktur ging ihre Zahl nur um 6,9 Prozent auf knapp über 91.000 Personen zurück.

Was sonst noch auffällt: Der Arbeitsmarkt für gering qualifizierte Personen zieht an, während es bei jobsuchenden Akademikern nur einen minimalen Rückgang gab. Bei Personen mit maximal Pflichtschulausbildung verzeichnete das AMS einen Rückgang von 11,3 Prozent, bei Arbeitssuchenden mit akademischer Ausbildung nur von 1,4 Prozent. (APA, TT)